Proteste gegen Windkraft-Ausbau: Südwestthüringen beschließt umstrittene Flächen-Erweiterung
Charlotte JägerProteste gegen Windkraft-Ausbau: Südwestthüringen beschließt umstrittene Flächen-Erweiterung
Öffentliche Versammlung in Suhl: Umstrittene Ausweitung von Windkraftflächen in Südwestthüringen beschlossen
Bei einer öffentlichen Sitzung in Suhl wurde ein kontrovers diskutierter Regionalplan zur Ausweitung von Windkraftstandorten in Südwestthüringen verabschiedet. Die Entscheidung stößt auf Widerstand – rund 150 Demonstranten versammelten sich zu einer stillen Protestkundgebung gegen die Pläne. Der Beschluss sieht eine deutliche Erhöhung der für Windenergie vorgesehenen Flächen vor.
Die Regionalplanungsgemeinschaft Südwestthüringen (RPG) stimmte am Mittwoch über den zweiten Entwurf ihres Regionalplans ab. Demnach soll der Anteil der für Windräder ausgewiesenen Flächen von bisher 0,15 Prozent auf 1,7 Prozent steigen – was etwa 6.900 Hektar entspricht. Zudem werden 40 Windvorranggebiete eingeführt, darunter sieben in der Rhön und 21 neue potenzielle Standorte.
Schon vor der Sitzung zeigte sich lokaler Widerstand: Bürger aus der Rhön organisierten eine stille Demonstration. Die Bürgerinitiative Stadtlengsfeld gegen Windräder im Wald (BI) hatte rund 150 Teilnehmer mobilisiert. Ihre Bedenken sollen nun in die anstehende öffentliche Anhörungsphase einfließen.
Die Konsultation beginnt am 18. Mai und läuft acht Wochen – teilweise während der Sommerferien. Kritiker bemängeln, dass dieser Zeitraum die Bürgerbeteiligung einschränken könnte. Die Bürgerinitiativen kündigten an, die Phase zu nutzen, um ihre Ablehnung der ausgeweiteten Windkraftzonen deutlich zu machen.
Der beschlossene Plan markiert eine deutliche Wende in der Windenergiepolitik Südwestthüringens. Mit 40 Vorranggebieten wird die Region künftig über deutlich mehr mögliche Standorte verfügen. Die weiteren Schritte hängen nun von den Rückmeldungen während der Anhörung ab, die Mitte Juli endet.






