06 May 2026, 04:30

Nouripour kritisiert deutsche Iran-Politik als zu passiv und reaktiv

Detailierte Kartenvorlage des iranisch-sowjetischen Grenzverlaufs, die geographische Merkmale und Landesgrenzen mit begleitendem Text zeigt.

Nouripour kritisiert deutsche Iran-Politik als zu passiv und reaktiv

Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags und Außenexperte der Grünen, hat die Iran-Politik Deutschlands scharf kritisiert. Er wirft der Bundesregierung vor, es an Initiative fehlen zu lassen und Europa damit in eine schwache Verhandlungsposition zu drängen. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit zunehmender Spannungen nach Angriffen auf zivile Schiffe in der Straße von Hormus.

Nouripour warf der Regierung vor, gegenüber dem Iran eine rein reaktive Haltung einzunehmen. Besonders Außenminister Johann Wadephul (CDU) kritisierte er dafür, keine stärkeren Maßnahmen voranzutreiben. Nach Nouripours Einschätzung geht der Iran mittlerweile davon aus, die Oberhand in den Verhandlungen zu haben – zum Nachteil der europäischen Staaten.

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Die Lage in der Straße von Hormus hat sich weiter zugespitzt, nachdem der Iran gezielt zivile Frachtschiffe angegriffen hat. Nouripour bezeichnete die Angriffe als inakzeptabel, warnte jedoch davor, Begriffe wie „Waffenruhe“ zu verwenden, da dies die Situation seiner Meinung nach nur zusätzlich verkomplizieren würde.

Um wieder an Einfluss zu gewinnen, forderte Nouripour die von Irans Handlungen besonders betroffenen europäischen Länder auf, eigene Verhandlungsstrategien zu entwickeln. Er betonte, dass ein Abwarten, bis der Iran die Bedingungen diktiere, die Position Europas weiter schwächen werde.

Nouripours Kritik unterstreicht die wachsende Unzufriedenheit mit der deutschen Iran-Politik. Sein Appell an eigenständige europäische Initiativen spiegelt die Sorgen über die eskalierende Aggression Irans in zentralen Schifffahrtsrouten wider. Die Debatte dreht sich nun darum, ob ein entschlosseneres Vorgehen das Kräfteverhältnis in den Verhandlungen zu Europas Gunsten verändern könnte.

Quelle