13 March 2026, 14:05

Niedersachsens Schulen fordern radikales Handyverbot nach Mobbing- und Gewaltwelle

Eine Klasse in Nigeria mit Schülern, die Gesichtsmasken tragen und auf Bänken sitzen oder stehen, mit Büchern und Gegenständen auf Tischen, Fenstern, einer Tür, einer Wand, einer Decke mit Lampen und Ventilatoren im Hintergrund.

Schulleitungen drängen auf Handy-Verbot an Schulen - Niedersachsens Schulen fordern radikales Handyverbot nach Mobbing- und Gewaltwelle

Schulleitungen in Niedersachsen fordern vollständiges Handyverbot in Klassenzimmern

Die Forderung kommt nach Berichten über schwere Mobbingfälle, sexualisierte Gewalt und einen drastischen Rückgang der Konzentrationsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern. Zwei große Lehrerverbände haben nun den Landtag aufgefordert, endlich zu handeln.

Der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter Niedersachsens (SLVN) brachte den Appell während einer jüngeren Sitzung des Bildungsausschusses vor. Der Vorsitzende Matthias Aschern verwies auf erschütternde Vorfälle, bei denen Schülerinnen und Schüler körperlich angegriffen oder sexuell missbraucht worden seien – mit der zusätzlichen Demütigung, dass die Taten gefilmt und verbreitet wurden. Gleichzeitig warnte der Verband Niedersächsischer Lehrerinnen und Lehrer (VNL) vor einer giftigen Atmosphäre in Klassenchats, in der Gruppenzwang, sexualisierte Sprache und öffentliche Bloßstellungen an der Tagesordnung seien.

Fast alle Schulen in der Region verfügen zwar über Nutzungsregeln für Handys, doch diese werden weitgehend als wirkungslos angesehen. Messenger-Dienste und soziale Medien funktionierten wie ein "Paralleluniversum", das jegliche schulische Kontrolle umgehe. Lehrkräfte berichten zudem von alarmierenden Aufmerksamkeitseinbrüchen: Manche Schülerinnen und Schüler könnten sich nicht einmal mehr drei Minuten lang auf ein Video konzentrieren.

Das aktuelle System, bei dem jede Schule eigene Regeln aufstellt, wird mittlerweile als undurchführbar kritisiert. Beide Verbände argumentieren, dass ein Flickenteppich von Einzellösungen das Ausmaß des Problems nicht bewältigen könne. Ihr Vorstoß folgt auf die jüngste Ankündigung Hessens, wo ein landesweites Smartphone-Verbot in Schulen bald in Kraft treten soll.

Wird der Antrag angenommen, wäre dies ein radikaler Kurswechsel in der Handy-Politik Niedersachsens. Ziel ist es, Cybermobbing einzudämmen, Schüler vor Ausbeutung zu schützen und die Lernkonzentration zu verbessern. Andere Bundesländer könnten den Ausgang der Debatte mit Spannung verfolgen – denn die Diskussion über Handyregeln an Schulen bleibt bundesweit aktuell.