Niedersachsen verschärft Waffenregeln nach Rekordzahl an Messerangriffen 2025
Niklas MüllerWeniger Straftaten, aber mehr Messerangriffe - Niedersachsen verschärft Waffenregeln nach Rekordzahl an Messerangriffen 2025
Niedersachsen verzeichnete im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg von Messerangriffen – die Zahl der Vorfälle stieg um 130 auf insgesamt 3.185 im Jahr 2025. Als Reaktion darauf werden nun schärfere Regeln für das Mitführen von Waffen in öffentlichen Verkehrsmitteln eingeführt. Gleichzeitig sank die Gesamtkriminalität im Land, auch wenn Behörden vor voreiligen Schlüssen warnen.
Das Innenministerium des Landes wird bald ein generelles Waffenverbot in allen öffentlichen Verkehrsmitteln durchsetzen. Betroffen sind Busse, Züge, Fähren, Bahnhofsgebäude, Bahnsteige und Unterführungen. Der Schritt folgt auf die Zunahme von Messerangriffen, wobei die Zahl der schweren Verletzungen bei solchen Vorfällen tatsächlich um 112 auf 766 Fälle zurückging.
Die meisten messerbezogenen Straftaten blieben im Bereich der Bedrohung, ohne dass es zu körperlicher Gewalt kam. Insgesamt wurden 1.739 solche Delikte registriert. Von den ermittelten Tatverdächtigen waren 87 männlich. Trotz des Anstiegs der Messerkriminalität ging die Gesamtzahl der Straftaten in Niedersachsen 2025 auf 506.634 zurück – ein Rückgang gegenüber 529.264 im Vorjahr.
Die Entkriminalisierung von Cannabis trug zu diesem Rückgang bei und reduzierte die erfassten Straftaten um 5.572. Allerdings warnte Innenministerin Daniela Behrens, dass der Rückgang bei Cannabis-Delikten bestehende Versorgungsprobleme überdeckt. Gleichzeitig betonte sie, Niedersachsen bleibe eines der sichersten Bundesländer Deutschlands.
Das neue Waffenverbot in Verkehrsmitteln soll die Messerangriffe eindämmen, die trotz sinkender schwerer Verletzungen deutlich zugenommen haben. Während die Kriminalität insgesamt zurückging, bleibt die Cannabis-Versorgung problematisch. Die Behörden setzen auf strengere Maßnahmen – bei vorsichtigem Optimismus. Wie sich die Sicherheitssituation entwickelt, wird davon abhängen, wie sich diese Politik in den kommenden Monaten bewährt.