Merz stellt Kohleausstieg infrage – und setzt auf Gas und neue Kerntechnologien
Nico KellerMerz stellt Kohleausstieg infrage – und setzt auf Gas und neue Kerntechnologien
Bundeskanzler Friedrich Merz stellt Deutschlands geplanten Kohleausstieg infrage
Die Äußerungen des Kanzlers fallen in eine Phase stark steigender Verbraucherpreise, die so schnell wie seit Ende 2022 nicht mehr angestiegen sind. Die eskalierenden Spannungen im Iran-Konflikt und Sorgen um die Energieversorgung haben die Inflationsrate auf 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr getrieben – der stärkste monatliche Anstieg seit über 18 Monaten.
Merz schlug vor, die Laufzeit der bestehenden deutschen Kohlekraftwerke zu verlängern. Zudem forderte er den zügigen Bau neuer Gaskraftwerke an bestehenden Standorten, auch wenn diese zunächst nicht wasserstofftauglich wären. Zwar betonte er die Notwendigkeit eines Ausbaus erneuerbarer Energien, doch argumentierte er, dass grundlastfähige Gaskraftwerke weiterhin essenziell für die Versorgungssicherheit seien.
Ein kurzfristiges Comeback der Kernenergie schloss der Kanzler aus, zeigte sich jedoch optimistisch gegenüber zukünftigen Technologien. Langfristig unterstützte er Fusionsreaktoren und kleine modulare Reaktoren (SMR) als mögliche Lösungen. Seine Aussagen folgen auf einen deutlichen Preisanstieg von 1,1 % allein im März, der unter anderem auf den Druck auf den globalen Energiemärkten zurückzuführen ist.
Ökonomen führen den jüngsten Inflationsschub auf den Iran-Konflikt zurück, der die Rohstoffströme beeinträchtigt hat. Ein vergleichbar rasanter Preisanstieg war zuletzt im September 2022 zu verzeichnen, als Russlands Angriff auf die Ukraine eine ähnliche Welle auslöste.
Merz' Vorschläge würden den Kohleausstieg Deutschlands verzögern, während gleichzeitig der Ausbau von Gaskraftwerken beschleunigt würde. Die Inflationsdaten unterstreichen die anhaltende Verwundbarkeit im Energiesektor – die Verbraucherkosten steigen derzeit so schnell wie seit 2022 nicht mehr. Sein Fokus auf zukünftige Kerntechnologien deutet auf eine Neuausrichtung der langfristigen Energiestrategie hin, auch wenn kurzfristige Änderungen begrenzt bleiben.






