Koblenz kämpft um faire Berufsschul-Finanzierung nach Millionenverlusten
Niklas MüllerKoblenz kämpft um faire Berufsschul-Finanzierung nach Millionenverlusten
Jahre der finanziellen Belastung: Koblenz fordert höhere Zuschüsse für Berufsschüler
Die Stadt Koblenz leidet seit Jahren unter finanzieller Überlastung, verursacht durch veraltete Kostenbeteiligung der umliegenden Landkreise. Eine aktuelle Prüfung ergab, dass die bisherige Zahlung von 190 Euro pro Berufsschüler die tatsächlichen Kosten bei Weitem nicht deckt. Nun drängen Verantwortliche auf dringende Änderungen, um die entstandenen Verluste auszugleichen.
Fast ein Jahrzehnt lang hat Koblenz steigende Ausgaben für teilzeitbeschulte Berufsschüler getragen, ohne dass die Kreisumlagen angepasst wurden. Die realen Kosten pro Schüler belaufen sich auf 406,80 Euro – doch die umliegenden Landkreise zahlen seit 2014 lediglich 190 Euro. Diese Differenz hat der Stadt ein jährliches Defizit von über 400.000 Euro beschert, was kumuliert zu Verlusten von mehr als fünf Millionen Euro führte.
Betroffen sind die Landkreise Ahrweiler, Altenkirchen, Bad Kreuznach, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz, Neuwied, Rhein-Hunsrück, Rhein-Lahn und Westerwald. Ab Januar dieses Jahres steigen ihre Beiträge rückwirkend auf 300 Euro pro Schüler, ab 2028 dann auf 400 Euro.
Der Rechnungsprüfungsausschuss hinterfragt, warum trotz offensichtlicher Kostensteigerungen so lange keine Anpassungen vorgenommen wurden. Gleichzeitig prüft die Stadt, ob eigene Versäumnisse bei der Aufsicht zu den finanziellen Einbußen beigetragen haben. Zudem wird geprüft, ob über eine Berufshaftpflichtversicherung Ansprüche geltend gemacht werden können, um vergangene Verluste zurückzuholen.
Um künftige Fehlbeträge zu vermeiden, plant Koblenz regelmäßige Überprüfungen der Berufsschulkosten. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Kreisumlagen künftig den tatsächlichen Ausgaben entsprechen.
Die Neuregelung der Finanzierung entlastet Koblenz, indem die Zuschüsse an die realen Kosten angeglichen werden. Durch rückwirkende Zahlungen und künftige Anpassungen soll die Lücke von fünf Millionen Euro geschlossen werden. Das neue Prüfungssystem der Stadt soll ähnliche Diskrepanzen in den kommenden Jahren verhindern.






