22 March 2026, 18:05

Klimaprotest gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven eskaliert

Eine Gruppe von Menschen sitzt auf einem sandigen Strand in der Nähe von Zelten, mit einer Wand und einer Brücke im Hintergrund, die an einer Klimawandeldemonstration teilnehmen.

Klimaprotest gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven eskaliert

Protest von "Fridays for Future" gegen dritten LNG-Terminal in Wilhelmshaven

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Diese Woche fand am Hooksieler Außentief in Wilhelmshaven eine von "Fridays for Future"-Aktivist:innen organisierte Demonstration statt. Die Proteste richteten sich gegen Pläne für ein drittes Flüssigerdgas-Terminal (LNG) in der Region, das nach Ansicht der Gegner sowohl lokale Naturschutzbemühungen als auch Klimaziele gefährdet. Das Gebiet Voslapper Groden-Nord beherbergt bereits zwei bestehende Terminals und ist zu einem Brennpunkt der Debatten über die deutsche Energiewende geworden.

Bei der Kundgebung versammelten sich Aktivist:innen in der Nähe des LNG-Lagerschiffs Höegh Esperanza und äußerten Bedenken wegen der Umweltfolgen weiterer fossiler Infrastruktur. Der lokale "Fridays for Future"-Aktivist Martin Lüdders warnte, Wilhelmshaven gehöre zu den am stärksten vom Klimawandel bedrohten Regionen Deutschlands. Er verwies auf steigende Meeresspiegel, Sturmfluten und extreme Hitze, wie sie im Klimarisikoindex dokumentiert sind.

Umweltverbände wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der BUND und der NABU haben sich gegen das Projekt zusammengeschlossen. Milena Pressentin von der DUH warf den Behörden "Greenwashing" vor und argumentierte, das Terminal zementiere die Abhängigkeit von fossilem Gas statt die Energiewende voranzutreiben. Zudem befürchtet sie, dass eine Genehmigung des Standorts weitere Industrieansiedlungen in geschützten Gebieten nach sich ziehen könnte.

Der Wilhelmshavener Stadtplanungschef Niksa Marusic verteidigte das Vorhaben und bezeichnete Änderungen des Bebauungsplans Nr. 225 als notwendigen Schritt für die Versorgungssicherheit. Kritiker:innen widersprachen dieser Einschätzung: Seit 2022 seien entlang der deutschen Nordseeküste bereits vier LNG-Terminals entstanden – mehr als der Bedarf erfordere. Das Bündnis hat nun Klage gegen den Bebauungsplan eingereicht und strebt Änderungen im Naturschutzrecht an, um den Bau zu stoppen.

Voslapper Groden-Nord gilt als biologischer Hotspot mit über 600 Arten, darunter viele bedrohte. Naturschützer:innen warnen, dass industrielle Erschließung das Ökosystem unwiderruflich zerstören und die langfristige Klimaresilienz einer ohnehin gefährdeten Region weiter schwächen würde.

Der Rechtsstreit um das Terminal hat begonnen, Umweltverbände kämpfen gegen die Änderungen der Bauvorschriften. Sollte die Anlage gebaut werden, wäre es das vierte LNG-Terminal in Wilhelmshaven allein – trotz bestehender Überkapazitäten. Die Entscheidung wird zeigen, ob das Gebiet als Naturschutzpriorität erhalten bleibt oder Teil der wachsenden fossilen Infrastruktur Deutschlands wird.

Quelle