Iris Berben: Warum sie nach 20 Jahren Beziehung bewusst auf die Ehe verzichtet

Admin User
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Ein altes Buch, das auf einer Seite mit Text und Bildern von Frauen aufgeschlagen ist und einen Einblick in deren Leben gewährt.Admin User

Iris Berben: Keinen Grund für Heirat gesehen - Iris Berben: Warum sie nach 20 Jahren Beziehung bewusst auf die Ehe verzichtet

Schauspielerin Iris Berben lebt seit fast 20 Jahren mit Heiko Kiesow zusammen – doch das Paar hat nie geheiratet. Mit 75 Jahren steht sie weiterhin fest zu dieser Entscheidung und begründet sie mit einem lebenslangen Bekenntnis zur Unabhängigkeit. Ihre Haltung spiegelt die Werte wider, die sie während der gesellschaftlichen Umbrüche der 1960er-Jahre verinnerlicht hat, als traditionelle Normen ins Wanken gerieten.

Berben wuchs in einer Zeit auf, in der Frauen in Deutschland mit strengen rechtlichen Einschränkungen konfrontiert waren. Nach § 1354 des Bürgerlichen Gesetzbuchs benötigte eine Ehefrau bis 1977 die Erlaubnis ihres Mannes, um arbeiten zu dürfen. Diese Regelung, die erst mit dem Gleichberechtigungsgesetz abgeschafft wurde, war Teil eines Systems, das die Selbstbestimmung von Frauen stark einschränkte. Die 1960er-Jahre brachten jedoch wachsende Gleichberechtigungsbewegungen mit sich – für Berben ein Grund, die Ehe abzulehnen, um die Kontrolle über ihr Leben zu behalten.

Mittlerweile hat sich die rechtliche Landschaft grundlegend gewandelt. Reformen wie das Gleichberechtigungsgesetz von 1977 hoben das Arbeitsverbot für verheiratete Frauen auf und gaben ihnen volle Entscheidungsfreiheit in Berufsfragen. Die Grundgesetzänderung von 1994 verankerte die Gleichberechtigung in der Ehe zusätzlich verfassungsrechtlich. Heute unterliegen deutsche und EU-Bürgerinnen keinen Arbeitserlaubnis-Beschränkungen mehr, während Fachkräfte aus dem Ausland von erleichterten Visabestimmungen wie der EU-Blaue Karte profitieren. Für Berben jedoch war die persönliche Entscheidung, unverheiratet zu bleiben, nie eine Frage rechtlicher Hürden – sondern eine der Freiheit.

Ihre langjährige Partnerschaft mit Kiesow beweist, dass Verbundenheit keinen Ehevertrag braucht. Wiederholt hat sie betont, keinen Grund zu sehen, ihre Haltung zu ändern – selbst in einer Zeit, in der sich gesellschaftliche Einstellungen weiterentwickeln.

Berbens Entscheidung zeigt, wie weit die Rechte der Frauen seit den 1960er-Jahren vorangeschritten sind. Gesetze, die einst die Berufstätigkeit von der Zustimmung des Ehemanns abhängig machten, gehören der Vergangenheit an. Doch ihre Wahl bleibt demselben Unabhängigkeitsgeist jener Ära verhaftet. Für sie waren eine dauerhafte Beziehung und persönliche Selbstbestimmung schon immer zwei Seiten derselben Medaille – ganz ohne rechtliche Formalitäten.

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