Hitlers Großer Mercedes geht für Millionen unter den Hammer – doch der Verkäufer will mehr
Lina HuberHitlers Großer Mercedes geht für Millionen unter den Hammer – doch der Verkäufer will mehr
Ein seltenes Stück Automobilgeschichte wird in den USA zum Verkauf angeboten: der ehemalige Paradenwagen Adolf Hitlers, ein Mercedes-Benz 770 (W 150), auch bekannt als der Große Mercedes. Das Fahrzeug, das einst bei hochkarätigen NS-Veranstaltungen eingesetzt wurde, hat bereits beträchtliches Aufsehen erregt – Gebote erreichten bis zu 7 Millionen US-Dollar. Der Verkäufer lehnte das Angebot jedoch ab und wartet vermutlich auf einen noch höheren Preis.
Der Mercedes-Benz 770 (W 150) wurde ursprünglich im Stuttgarter Stadtteil Untertürkheim als Luxusmodell für hochrangige NS-Funktionäre gefertigt. Hitler selbst ließ Sonderanfertigungen vornehmen, darunter eine verstärkte Windschutzscheibe und gepanzerte Seitenteile. Unter der Haube verbirgt sich ein 7,7-Liter-Reihenkraftstoffmotor mit acht Zylindern und 230 PS, dessen Geschwindigkeit bei Paraden jedoch auf 80 km/h (50 mph) begrenzt war.
Während seiner Einsatzzeit spielte das Fahrzeug eine zentrale Rolle in der NS-Propaganda. 1940 fuhr Hitler damit gemeinsam mit dem italienischen Diktator Benito Mussolini durch München. Nur wenige Monate später, am 6. Juli, nutzte er den Wagen bei der Siegparade in Berlin nach der Kapitulation Frankreichs. Zwischen 1939 und 1943 transportierte der Große Mercedes regelmäßig ausländische Würdenträger und war bei Staatsveranstaltungen allgegenwärtig.
Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten die Alliierten das Fahrzeug und brachten es in die USA. Seither wurde es akribisch instand gehalten und befindet sich in exzellentem Zustand. Ursprünglich kostete die viertürige Version 44.000 Reichsmark (heute etwa 182.000 Euro), während die Siebensitzer-Variante für 47.500 Reichsmark (rund 196.000 Euro) verkauft wurde.
Bei der aktuellen Auktion lag das höchste Gebot bei 7 Millionen US-Dollar, doch der Verkäufer lehnte ab – ein Hinweis darauf, dass er von der historischen Bedeutung des Wagens ausgeht und einen noch höheren Preis erwartet. Die lückenlos dokumentierte Vergangenheit des Fahrzeugs, einschließlich seiner Nutzung bei zentralen NS-Paraden, verleiht ihm trotz seiner umstrittenen Geschichte einen unbestrittenen Sammlerwert. Der endgültige Verkaufspreis wird voraussichtlich sowohl seine Seltenheit als auch seine düstere Rolle in der Geschichte widerspiegeln.