Hettich-Mitarbeiter verschieben Gehaltserhöhung um ein Jahr wegen Gewinnrückgangs
Charlotte JägerHettich-Mitarbeiter verschieben Gehaltserhöhung um ein Jahr wegen Gewinnrückgangs
Tausende Mitarbeiter des Möbelzulieferers Hettich verschieben eine vereinbarte Gehaltserhöhung um ein Jahr. Die Entscheidung folgt einem Unternehmensvorschlag, um die finanzielle Belastung nach einem deutlichen Gewinnrückgang abzumildern. Für die kommenden zwölf Monate verzichten die Beschäftigten damit auf über 1.000 Euro pro Person.
Die für den 1. April geplante Lohnerhöhung hätte die Gehälter um 3,1 Prozent steigen lassen. Hettich begründete die Verschiebung mit anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten. Seit 2020 kämpft die Möbelbranche mit nachlassender Nachfrage, Lieferkettenstörungen und steigenden Rohstoffkosten – die Jahresumsätze sanken um 5 bis 10 Prozent.
2023 verzeichnete Hettich einen Gewinnrückgang von 25 Prozent: Bei einem Umsatz von 4,1 Milliarden Euro belief sich der Ertrag auf 180 Millionen Euro. Auch 2024 drückt die Inflation weiter auf die Margen, doch durch Sparmaßnahmen rechnet das Unternehmen 2025 mit einer leichten Erholung. Durch die Verschiebung der Gehaltserhöhung will Hettich mehrere Millionen Euro einsparen.
Die Gewerkschaft IG Metall kritisierte den Schritt scharf und warf dem Unternehmen vor, die Belegschaft unter Druck zu setzen. Hettich wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass die Mitarbeiter individuell entscheiden könnten, ob sie die Verschiebung akzeptieren. Letztlich stimmten mindestens 90 Prozent der Belegschaft dem Vorschlag zu.
Die aufgeschobene Lohnerhöhung bedeutet für die meisten Hettich-Beschäftigten im kommenden Jahr ein Minus von über 1.000 Euro beim Nettolohn. Das Unternehmen hält die Maßnahme für unverzichtbar, um die Finanzen angesichts der anhaltenden Branchenkrise zu stabilisieren. Die geplante Gehaltsanpassung wird nun erst 2025 umgesetzt.






