Halles Jugend gedenkt 155 NS-Opfern mit bewegender Gedenktafel in Sobibor
Niklas MüllerHalles Jugend gedenkt 155 NS-Opfern mit bewegender Gedenktafel in Sobibor
Jugendliche aus Halle haben ein Projekt ins Leben gerufen, um an 155 jüdische Opfer aus ihrer Stadt zu erinnern, die in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet wurden. Durch Spendenaktionen und kreative Initiativen finanzieren sie eine Gedenktafel, die am ehemaligen Lagerstandort installiert werden soll.
Die Aktion ist Teil des Projekts "Tagebuch der Gefühle", bei dem die Teilnehmer persönliche Reflexionen über das Leben der Opfer verfassen und sich dabei mit der Geschichte der Shoa auseinandersetzen. Die Gruppe hat Schrottmetall gesammelt und Spenden akquiriert, um die Gedenkplatte zu finanzieren. Ein Hallescher Steinmetz arbeitet derzeit an dem Stein, der ein künstlerisches Design des Comiczeichners Nils Oskamp trägt. Das Bild zeigt zwei Hände – eine größere und eine kleinere –, die zueinander greifen und sich halten.
Die größere Hand steht für Familien wie die Baers und die Sachs, die einander in Widerstand gegen das Vergessenwerden unterstützten. Die kleinere Hand symbolisiert die 16 Monate alte Chana Baer, das jüngste bekannte Opfer aus Halle, und verkörpert die geraubte Zukunft der Kinder unter dem NS-Regime.
Im Juni 2026 planen die jungen Aktivisten eine Bildungsreise nach Sobibor. Dort werden sie die fertige Tafel sehen und ihr Verständnis für die Geschichte des Ortes vertiefen. Ihre Arbeit stellt sicher, dass die Stimmen der Verstorbenen durch Kunst und persönliche Reflexion im Gedächtnis bleiben. Die Gedenktafel wird im Gedenkbereich des ehemaligen Lagers Sobibor stehen und an das Leben von 155 Männern, Frauen und Kindern aus Halle erinnern. Die Erträge des Projekts und die Bildungsarbeit werden ihre Geschichten für kommende Generationen bewahren. Das "Tagebuch der Gefühle" verbindet weiterhin junge Menschen mit der Vergangenheit durch Schreiben und Erinnerungskultur.






