Gefälschte Impfpässe: Dreieinhalb Jahre Haft für Kasseler Betrügerduo
Niklas MüllerGefälschte Impfpässe: Dreieinhalb Jahre Haft für Kasseler Betrügerduo
Ein Gericht hat zwei Personen zu jeweils etwa dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil sie gefälschte COVID-19-Impfpässe verkauft hatten. Die Betrüger füllten Tausende leere Impfheftchen mit falschen Impfeinträgen aus. Zudem mussten sie sich wegen Steuerhinterziehung verantworten, die mit ihren illegalen Gewinnen zusammenhing.
Zwischen August und Dezember 2021 erstellten die Angeklagten mindestens 6.000 gefälschte Impfeinträge. Sie betrieben ihre Machenschaften in einer Werkstatt, die sie im Keller einer Kneipe in Kassel eingerichtet hatten. Die Gaststätte, die von einem der Angeklagten geführt wurde, diente zugleich als Kantine für Soldaten und als lokaler Treffpunkt der AfD.
Die beiden verkauften jeden gefälschten Impfpass für 50 Euro und erzielten nach Abzug der Kosten einen Gewinn von 285.400 Euro. Die Polizei fand später in der Werkstatt fast 1.000 leere gelbe Impfheftchen, 12 Stempel von Impfzentren sowie Chargenaufkleber für COVID-19-Impfstoffe. Das Gericht stellte fest, dass etwa 3.200 Käufer die Fälschung vollendeten, indem sie ihre eigenen Namen und Adressen eintrugen.
Die Angeklagten wurden als Gehilfen der Urkundenfälschung verurteilt, da die eigentliche Straftat von den Käufern begangen wurde, die die Pässe nutzten. Zudem hatten sie keine Gewerbe- und Einkommensteuer auf ihre Einnahmen abgeführt. Während des Prozesses behaupteten sie, ihr ursprünglicher Plan sei gewesen, leere Impfheftchen über eBay mit geringem Gewinn weiterzuverkaufen.
Das Gericht verhängte gegen jeden der beiden Angeklagten eine Haftstrafe von rund dreieinhalb Jahren. Der Fall zeigte das Ausmaß der kriminellen Machenschaften und die Mitwirkung der Käufer an der Fälschung. Zudem müssen die Verurteilten die Konsequenzen ihrer Steuerhinterziehung tragen.






