GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor und fordert radikale Reformen
Nico KellerGDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor und fordert radikale Reformen
Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf angegriffen. Er bezeichnete die Finanzstrukturen des Unternehmens als "Geldwäschemaschine" – angesichts ihrer undurchsichtigen und komplexen Aufbauorganisation. Zwar unterstützte er die jüngsten Reformen von Vorstandschefin Evelyn Palla, forderte aber zugleich konsequentere Maßnahmen.
Reißen kritisierte, dass die DB Hunderte von Tochtergesellschaften gegründet habe und interne Dienstleistungen untereinander in Rechnung stelle. Dieses System verschleiere Geldflüsse und binde Steuergelder auf intransparente Weise. Zudem warf er dem Vorstand vor, unqualifizierte Führungskräfte eingesetzt zu haben – insbesondere die Berufung von Karin Dohm zur Finanzchefin nannte er leichtsinnig und kostspielig für die Steuerzahler.
Gleichzeitig lobte er Pallas jüngste Entlassungen von Dohm sowie von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo. Solche Personalentscheidungen zeigten aus seiner Sicht notwendige Konsequenz in der Unternehmensführung. Dennoch bleibe es für ihn unverständlich, warum Dohm überhaupt eingestellt worden sei, wo ihr doch angeblich die nötige Qualifikation fehle.
Um die Effizienz zu steigern, schlug Reißen vor, die oberste Führungsebene zu halbieren und die Unternehmensführung straffer zu organisieren. Solche Schritte könnten seiner Meinung nach die Abläufe verschlanken und die Produktivität im gesamten Schienennetz erhöhen.
Reißens Äußerungen spiegeln die anhaltenden Spannungen um die Finanzpraktiken und Personalentscheidungen der DB wider. Sein Appell für tiefgreifendere Reformen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen wegen des Umgangs mit öffentlichen Geldern unter Druck steht. Die Unterstützung des Gewerkschaftschefs für Pallas Umstrukturierungen deutet darauf hin, dass er schnellere und entschlossenere Veränderungen im Konzern fordert.






