Gaskraftwerk in Mainz: Umweltverbände stoppen 44-Millionen-Projekt mit massivem Widerstand
Lina HuberGaskraftwerk in Mainz: Umweltverbände stoppen 44-Millionen-Projekt mit massivem Widerstand
Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz stoßen auf heftigen Widerstand von Umweltschützern
Eine Allianz aus Umweltverbänden, darunter Scientists for Future und der BUND Mainz, hat offiziell Einspruch gegen das 44-Millionen-Euro-Projekt auf der Überflutungsfläche Ingelheimer Aue eingelegt. Die Kritiker argumentieren, dass die Investition veraltete Technologie zementiert, obwohl es sauberere Alternativen gibt.
Betreiber Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) hatte das Gaskraftwerk als Teil seiner Energiestrategie vorgeschlagen. Doch beim Strukturdirektion Süd (SGD Süd), der zuständigen Genehmigungsbehörde, gingen zehn formelle Widersprüche ein. Die Gegner verweisen darauf, dass Batteriespeichersysteme – einst mit Kosten von 1.300 Euro pro Kilowattstunde – mittlerweile auf nur noch 90 Euro gesunken sind und damit eine tragfähige, umweltfreundlichere Lösung bieten.
Eine für den 7. Mai anberaumte Anhörung wurde abgesagt, nachdem die SGD Süd die Einwände als „hinreichend begründet und konkret“ anerkannt hatte. Zudem fragten die Initiativen, warum keine neue Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde, da die letzte Bewertung aus dem Jahr 2005 stammt.
Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz bezeichnete die weitere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen als „verantwortungslos“. Maren Goschke vom BUND Mainz kritisierte die 44-Millionen-Investition und warnte, sie werde „veraltete, konventionelle Gaskraftwerkstechnik für Jahrzehnte festschreiben“. Die Allianz drängt nun auf Gespräche mit der SGD Süd und KMW, um treibhausgasneutrale Lösungen zu prüfen und die gesellschaftliche Akzeptanz für die Energiewende zu stärken.
Die Einwände haben das Projekt vorerst gestoppt. Die Umweltverbände fordern stattdessen Diskussionen über Alternativen, die vollständig auf fossile Energieträger verzichten. Angesichts stark gesunkener Batteriekosten plädieren sie dafür, moderne und nachhaltige Optionen Vorrang vor neuer Gasinfrastruktur einzuräumen.






