Gasförderung im Heidekreis: Vermilion plant Bohrungen – Kreistag reagiert verärgert
Charlotte JägerGasförderung im Heidekreis: Vermilion plant Bohrungen – Kreistag reagiert verärgert
Bei einer jüngsten Sitzung des Kreistags Heidekreis kam es zu Spannungen, nachdem das Unternehmen Vermilion Energy seine Pläne zur Gasförderung in der Nähe von Kroge vorantrieb. Die plötzliche Ausweitung der Aktivitäten überraschte die lokalen Behörden, die dem Unternehmen vorwerfen, zuvor nicht ausreichend konsultiert worden zu sein. Zwar sind die Schritte rechtlich einwandfrei, doch die Vorgehensweise sorgte bei Verantwortlichen für Frust und bei Anwohnern für Besorgnis.
Die eigentlich für Routinethemen anberaumte Sitzung wurde von Vermilions jüngsten Schritten dominiert. Das Unternehmen kündigte kürzlich an, bis 2027 zwei Erkundungsbohrungen in der Nähe des Gasfelds Wisselshorst durchzuführen – mit Option auf weitere Expansion. Geologische Gutachten deuten darauf hin, dass das Gebiet bis zu 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas enthalten könnte, was es zu einem zentralen Ziel für die Förderung macht.
Lokale Politiker zeigten sich verärgert darüber, dass Vermilion seine Pläne als fait accompli präsentierte und frühzeitige Gespräche umging. Zwar kann der Kreistag das Projekt nicht blockieren, doch wurden alle anderen Tagesordnungspunkte innerhalb einer Stunde und ohne Debatte abgehakt. Die Rolle der Kommune beschränkt sich auf die Beteiligung am vom Land geführten Genehmigungsverfahren, das Umweltprüfungen und öffentliche Anhörungen umfasst.
Die Gasförderung ist im Heidekreis seit Langem ein umstrittenes Thema. Anwohner und Umweltschützer warnen vor Klimafolgen und lokalen Beeinträchtigungen. Stand März 2026 liegt für keine der geplanten Bohrungen eine endgültige Genehmigung vor. Sämtliche Vorhaben befinden sich noch in der Vorprüfung und müssen zunächst von der Bergbehörde Schleswig-Holsteins begutachtet werden, bevor mit Arbeiten begonnen werden darf.
Die Behörden des Heidekreises kündigten an, Vermilions nächste Schritte genau zu verfolgen und im Rahmen der landesweiten Zulassungsverfahren Einwände zu erheben. Die Expansionspläne des Unternehmens hängen von behördlichen Freigaben ab, die eine öffentliche Beteiligung und umweltrechtliche Prüfungen erfordern. Bis auf Weiteres ruhen die Bohrungen – doch der Konflikt verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen Energiewirtschaft und lokalem Widerstand.






