11 April 2026, 16:04

Fünf neue Traditionen werden zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands ernannt

Alter deutscher Volksfestplakat mit Burgen- und Häuserillustration, begleitet von Text.

Fünf neue Traditionen werden zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands ernannt

Fünf neue Traditionen sind in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden. Dazu zählen nun die Straßenfußballkultur, die maßgeschneiderte Herrenschneiderei sowie die Martinsumzüge im Rheinland. Vertreter der zuständigen Gremien betonten die Bedeutung dieser lebendigen Bräuche für die heutige Identitätsbildung.

Die UNESCO-Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes wurde 2003 in Paris verabschiedet. Seitdem haben 185 Staaten das Abkommen ratifiziert, Deutschland trat 2013 bei. Das nationale Verzeichnis umfasst mittlerweile 173 kulturelle Praktiken, die im ganzen Land bewahrt werden.

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Bevor eine Tradition aufgenommen wird, durchläuft sie ein strenges Prüfverfahren durch das Fachkomitee Immaterielles Kulturerbe. Das Auswahlverfahren besteht aus mehreren Stufen, um sicherzustellen, dass nur bedeutungsvolle Bräuche anerkannt werden. Zu den diesjährigen Neuzugängen gehören außerdem die Schaustellerkultur auf Volksfesten und der kleinteilige Küstenfischfang in der Ostsee.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, bezeichnete das immaterielle Erbe als die "lebendige Wurzel" zeitgenössischer Identität. Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, ergänzte, dass diese Traditionen besonders dann gedeihen, wenn sich Gemeinschaften aktiv einbringen. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, erläuterte, dass solches Erbe dort entsteht, wo Menschen Wissen teilen und Praktiken gemeinsam gestalten.

Das Verzeichnis würdigt kreative, inklusive und innovative kulturelle Ausdrucksformen. Jeder neue Eintrag steht für eine Tradition, die durch gemeinschaftliches Engagement lebendig bleibt. Mit den fünf Neuzugängen umfasst Deutschland nun 173 anerkannten kulturellen Praktiken. Diese Bräuche werden durch bürgerschaftliches Engagement und institutionelle Förderung weiter bewahrt. Das Verzeichnis sichert ihnen einen Platz in der sich wandelnden Kulturlandschaft des Landes.

Quelle