12 March 2026, 14:04

Freispruch nach totgeborenem Baby im Gefrierschrank: Gericht sieht keine Schuld

Ein Plakat mit Text und einem Diagramm, das einen stetigen Anstieg von mütterlicher Opioid-Missbrauchstörung und neonatale Entzugserscheinungen über die Zeit zeigt.

Prozess um totes Baby in Pizzaschachtel - Mutter freigesprochen - Freispruch nach totgeborenem Baby im Gefrierschrank: Gericht sieht keine Schuld

Eine 33-jährige Frau ist vom Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung mit Todesfolge freigesprochen worden, nachdem ihr totgeborenes Kind in einem Gefrierschrank gefunden worden war. Das Landgericht Verden urteilte, dass das Baby, das bei der Geburt nur 940 Gramm wog, selbst bei sofortiger medizinischer Versorgung keine Überlebenschance gehabt hätte.

Der Fall begann, als Angehörige die Leiche des Säuglings in einer Pizzaschachtel im Haus der Frau entdeckten.

Die Frau hatte in ihrer Wohnung allein eine Frühgeburt durchlebt, jedoch keine Hilfe gesucht. Später legte sie das totgeborene Kind in ihren Gefrierschrank. Die Staatsanwaltschaft warf ihr unterlassene Hilfeleistung mit Todesfolge vor und argumentierte, sie habe es versäumt, den Notruf zu wählen.

Während des Prozesses wurde bekannt, dass die Frau seit ihrer Kindheit mit Drogenabhängigkeit kämpfte. Berichten zufolge hatte sie die Realität ihrer Schwangerschaft verdrängt und während der gesamten Zeit keine ärztliche Betreuung in Anspruch genommen.

Drei medizinische Gutachter prüften die Überlebensfähigkeit des Kindes. Ihre Untersuchungen bestätigten, dass ein Baby mit 940 Gramm – selbst bei intensivmedizinischer Behandlung – nur extrem geringe Überlebenschancen gehabt hätte. Sowohl Anklage als auch Verteidigung waren sich einig, dass eine Verurteilung angesichts der Beweislage nicht gerechtfertigt sei.

Das Gericht kam schließlich zu dem Schluss, dass der Tod des Kindes nicht auf das Nicht-Handeln der Frau zurückzuführen sei, sondern auf medizinische Unabwendbarkeit. Dies führte zu ihrem vollständigen Freispruch.

Das Urteil beendet einen Fall, der die Grenzen zwischen medizinischer Aussichtslosigkeit und rechtlicher Verantwortung thematisierte. Der Freispruch der Frau spiegelt die gerichtliche Bewertung der Sachverständigengutachten wider, die auf den aussichtslosen Zustand des Kindes hinwiesen. Weitere rechtliche Schritte werden nicht erwartet.

Quelle