Franziska Erdle übernimmt Führung der Bundesapothekerkammer in turbulenter Reformphase
Nico KellerFranziska Erdle übernimmt Führung der Bundesapothekerkammer in turbulenter Reformphase
Franziska Erdle hat die Leitung der Bundesapothekerkammer (ABDA) als neue Hauptgeschäftsführerin übernommen. Ihre Ernennung fällt in eine entscheidende Phase, in der sich der Verband sowohl intern als auch politisch großen Herausforderungen gegenübersieht. Erdles oberstes Ziel ist es, den aktuellen Entwurf der Apothekenreform in ein Gesetz umzuwandeln, das die Belange der lokalen Apotheken besser berücksichtigt.
Erdle bringt Erfahrung aus ihrer bisherigen Tätigkeit als Hauptgeschäftsführerin des Wirtschaftsverbands der deutschen Metallindustrie (WVM) mit. Dort lag ihr Fokus auf strategischer und organisatorischer Entwicklung – Fähigkeiten, die sie nun in der ABDA einbringen will. Ein erster Schritt ist die Umstrukturierung der internen Abläufe des Verbandes: Die bisherigen Abteilungen und Geschäftsstellen werden durch 14 spezialisierte Einheiten ersetzt.
Als ihre Stellvertreterin wurde Claudia Korf benannt, die Erdle in ihrer neuen Rolle unterstützen soll. Gemeinsam wollen sie die interne Kommunikation verbessern und das Deutsche Apothekerhaus modernisieren, unter anderem durch den Einsatz von KI, um Prozesse effizienter zu gestalten.
Die derzeit im Bundestag diskutierte Apothekenreform stößt bei Erdle auf scharfe Kritik. Sie warnt, dass die geplanten Änderungen bei Regulierung und Preispolitik die Existenz lokaler Apotheken und die Patientenversorgung gefährden könnten. Anders als ihr Vorgänger, der sich auf ehrenamtliche Vertreter für die politische Interessenvertretung stützte, setzt Erdle auf einen direkteren Ansatz: Sie plant, persönlich mit Abgeordneten des Bundestags in Dialog zu treten, um Nachbesserungen durchzusetzen, die die Apotheken stabilisieren und ihre Geschäftsmodelle schützen.
Erdles Führung markiert einen Wandel in der Art und Weise, wie die ABDA mit der Politik interagiert. Sie hat sich verpflichtet, für eine Reform zu kämpfen, die die Zukunft der Apotheken sichert und gleichzeitig eine hochwertige Patientenversorgung gewährleistet. Das Ergebnis hängt von den laufenden parlamentarischen Beratungen ab – ein endgültiger Beschluss steht noch aus.