Faesers Integrationskurs-Reform löst bundesweite Empörung aus
Eine aktuelle Entscheidung von Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat eine Kontroverse über die Zukunft der Integrationskurse in Deutschland ausgelöst. Die neue Regelung verlagert die Kosten von rund 3.000 Euro pro Kurs auf die Teilnehmenden – ein Schritt, den Kritiker als Ausschluss Zehntausender von essenziellen Sprach- und Kulturkursen brandmarken. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte bezeichnete die finanzielle Belastung für die meisten Betroffenen als unrealistisch.
Der Bundesrat hat reagiert und den Antrag an seinen Innenausschuss zur weiteren Prüfung überwiesen. Dieser Schritt unterstreicht die erheblichen Bedenken gegen die Auswirkungen der geplanten Regelung. Sollte sie umgesetzt werden, würden schätzungsweise 40 Prozent der potenziellen Teilnehmenden – rund 130.000 Menschen bundesweit – aufgrund der Kostenhürde keinen Zugang mehr zu den Kursen haben.
Bürgermeister Bovenschulte betonte, Integration dürfe niemals vom Geldbeutel abhängen. Er warnte, die Änderung werde Jahre der Fortschritte in der Integrationspolitik zunichtemachen. Kursanbieter sehen sich bereits jetzt mit Kürzungen konfrontiert: Viele müssen Personal abbauen, Kurse streichen oder Programme komplett einstellen.
Die Entscheidung gefährdet die Stabilität bestehender Integrationsnetzwerke. Die ohnehin schon stark belasteten Anbieter könnten unter der neuen finanziellen Last kaum noch ihre Angebote aufrechterhalten. Kommunen wie Bremen pochen darauf, dass Integrationshilfen niedrigschwellig bleiben müssen, um soziale Spaltungen nicht weiter zu vertiefen.
Die Überweisung des Antrags an den Bundesratsausschuss zeigt, wie umstritten die Pläne sind. Ohne Korrekturen droht Zehntausenden der Verlust des Zugangs zu lebenswichtigen Integrationsleistungen. Die Beratungen des Gremiums werden nun entscheiden, ob die Kostenverschiebung tatsächlich kommt – oder noch einmal überarbeitet wird.






