Europas Graphit-Revolution: USE-G will Batterieindustrie nachhaltiger machen
Charlotte JägerEuropas Graphit-Revolution: USE-G will Batterieindustrie nachhaltiger machen
Neues europäisches Projekt USE-G soll Graphitproduktion für die Batterieindustrie revolutionieren
Ein neues europäisches Vorhaben mit dem Namen USE-G zielt darauf ab, die Graphitherstellung für die Batteriebranche grundlegend zu verändern. Unter der Leitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena soll das Projekt umweltfreundlichere und energieeffizientere Methoden entwickeln, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern. Mit einem Budget von 1,7 Millionen Euro konzentriert sich das auf drei Jahre angelegte Programm auf nachhaltige Verfahren zur Reinigung, Beschichtung und zum Recycling von Graphit.
An dem Projekt sind mehrere wichtige Partner beteiligt. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena arbeitet an einer innovativen Reinigungstechnologie unter Einsatz von Chlorgas, die eine grüne Alternative zu herkömmlichen Methoden bieten könnte. Gleichzeitig entwickelt die Rain Carbon Germany GmbH nachhaltigere Kohlenstoffbeschichtungen für Graphit-Anoden, um den Energieverbrauch zu senken und die Recyclingfähigkeit zu verbessern.
Das Unternehmen Northern Graphite stellt natürliches Graphit bereit und übernimmt die Aufgaben des Mahlens, Formens sowie die Durchführung von Batterietests. Die H.C. Starck Tungsten GmbH wiederum ist dafür zuständig, Graphit aus der sogenannten "Black Mass" zurückzugewinnen – einem Abfallprodukt, das bei der Batterierecycling entsteht. Ihr Ziel ist es, ein geschlossenes Kreislaufsystem zu schaffen, das Abfall reduziert und die Kreislaufwirtschaft stärkt.
Darüber hinaus strebt das Projekt an, natürliches und recyceltes Graphit zu einem einzigen Anodenmaterial für europäische Hersteller zu kombinieren. Durch die Demonstration einer vollständig in Europa kontrollierten Produktionskette will USE-G die Unabhängigkeit des Kontinents in der Batterieherstellung stärken. Derzeit ist Europa stark von Importen abhängig, wobei China den globalen Graphitmarkt dominiert, der bis 2026 voraussichtlich einen Wert von 8,89 Milliarden US-Dollar erreichen wird.
Das Vorhaben wird hauptsächlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziert und läuft bis 2027. Bei Erfolg könnte USE-G den Energieverbrauch senken, die Recycling-Effizienz steigern und die Abhängigkeit Europas von ausländischen Graphitlieferungen verringern. Die Ergebnisse könnten zudem das Wachstum einer nachhaltigeren Batterieindustrie in der gesamten Region fördern.