19 April 2026, 12:05

DocMorris steht vor Führungswechsel: Kann Ex-Celesio-Chef Oesterle die Krise überwinden?

Außenansicht des 'Generics Pharmacy'-Ladens mit umgebenden stadtischen Elementen unter einem klaren blauen Himmel.

DocMorris steht vor Führungswechsel: Kann Ex-Celesio-Chef Oesterle die Krise überwinden?

DocMorris-Aktionäre drängen auf Führungswechsel und wollen CEO Walter Oberhänsli durch Dr. Fritz Oesterle ersetzen. Der Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der die Versandapotheke mit finanziellen Schwierigkeiten und wachsendem Wettbewerbsdruck zu kämpfen hat. Oesterle, ein Branchenveteran, leitete zuvor den Pharmagroßhändler Celesio, bevor er das Unternehmen 2011 verließ.

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Oesterle hatte DocMorris bereits 2007 übernommen – ein Schritt, der damals zu Spannungen mit Großhandelskunden führte. Seine Strategie baute auf eine Liberalisierung des Marktes, doch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2009 gegen externe Apothekenbeteiligungen durchkreuzte seine Pläne. Nach seinem Abschied von Celesio übernahm er Aufsichtsratsmandate, während sein finanzieller Unterstützer, die Beteiligungsgesellschaft Ceplion, DocMorris nun zu einer führenden "Gesundheit auf Knopfdruck"-Plattform ausbauen will.

Doch Oesterles Expertise liegt im klassischen Großhandel und stationären Einzelhandel – nicht im digitalen Gesundheitsmarkt. DocMorris selbst steckt weiterhin in der Krise: Aktuelle Zahlen zeigen schwaches Wachstum, hohe Marketingkosten und eine weiterhin ausbleibende Profitabilität. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb, da die Drogeriekette dm in den Markt einsteigt und die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, einen eigenen Online-Verschreibungsdienst für Medikamente vorbereitet.

Der geplante Wechsel an der Spitze spiegelt den dringenden Sanierungsbedarf von DocMorris wider, angesichts finanzieller Engpässe und wachsender Konkurrenz. Oesterles Rückkehr würde zwar Erfahrung ins Unternehmen bringen, wirft aber auch Fragen auf – schließlich lag sein Fokus stets auf dem stationären Geschäft. Die Zukunft des Unternehmens hängt davon ab, ob es gelingt, sich in einem sich rasant wandelnden digitalen Apothekenmarkt zu behaupten.

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