27 June 2026, 14:03

Dieter Nuhrs Femizid-Witze entfachen Debatte über Comedy-Grenzen und Verantwortung

Dieter Nuhrs Misogynie-Witze

Dieter Nuhrs Femizid-Witze entfachen Debatte über Comedy-Grenzen und Verantwortung

Der deutsche Komiker Dieter Nuhr sieht sich mit massiver Kritik konfrontiert, nachdem er in seinem für 2026 geplanten ARD-Programm Witze über Femizide gemacht hat. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Deutschland jährlich Hundertfache Femizide verzeichnet – Experten beschreiben diese als Folge langjähriger Gewalt und Kontrolle in Beziehungen.

Nuhr schlug vor, Frauen könnten ihrem Schicksal entgehen, indem sie ihre Partner vor intimen Beziehungen genauer prüften. Zudem spielte er Femizide als seltenes Problem herunter und bestritt, dass es sich um ein strukturelles Phänomen handle. Im selben Programm „witzelte“ er, Parkplätze seien „systematisch zu klein“ für Frauen.

Kritiker werfen ihm vor, seine „Humor“-Nummern gefährliche Klischees zu verstärken und die Schuld von Tätern auf Opfer zu verschieben. Öffentlich-rechtliche Sender wie der rbb verteidigten die Sendung mit Verweis auf die Kunstfreiheit. Doch viele fragen sich, warum solche Plattformen derartige „Satire“ weiterhin verbreiten.

Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und Verantwortung auf. Nuhrs „Witze“ haben die Diskussion über frauenfeindliche Tendenzen in der Comedy-Szene neu entfacht. Die Sender stehen weiterhin in der Kritik, solche Narrative zu normalisieren.

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