23 May 2026, 20:05

Deutsche Luftfahrt kämpft mit Rekordkosten und schwachen Passagierzahlen

Triple Whammy Treffer die Luftfahrtindustrie

Deutsche Luftfahrt kämpft mit Rekordkosten und schwachen Passagierzahlen

Deutschlands Luftfahrtbranche steht unter wachsendem Druck, da die Treibstoffkosten explodieren und die Passagierzahlen weiterhin hinter den Werten vor der Pandemie zurückbleiben. Da sich der Kerosinpreis seit Ende 2023 mehr als verdoppelt hat, rechnet die Lufthansa nun mit zusätzlichen Treibstoffkosten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Die Bundesregierung wird im Juni auf der Berliner Luftfahrtschau (ILA) ihre Nationale Luftfahrtstrategie vorstellen, um diese Herausforderungen anzugehen – während die Branche gleichzeitig mit Stellenabbau und Steuerdebatten kämpft.

Die deutsche Luftfahrt hat sich von den Folgen der Pandemie noch immer nicht vollständig erholt. 2025 fertigten die Flughäfen 219,8 Millionen Passagiere ab – das sind 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Die Krise verschärfte sich im Mai 2024, als die Regierung die Luftverkehrsteuer (LuftVSt) um 19,4 Prozent erhöhte und damit Airlines und Reisende zusätzlich belastete.

Die steigenden Kosten haben bereits erste Opfer gefordert: Die traditionsreiche Fluggesellschaft Spirit Airlines stellte nach 62 Jahren am 2. Mai 2023 den Betrieb ein. Gleichzeitig muss sich die Lufthansa auf zusätzliche Treibstoffkosten von 1,7 Milliarden Euro einstellen, getrieben durch Kerosinpreise, die sich seit Dezember 2023 mehr als verdoppelt haben. Rund 10.000 Arbeitsplätze in der Branche sind nun gefährdet.

Als Reaktion auf die Krise hat die Regierung einen Rückgang der Luftverkehrsteuer um 16,1 Prozent vorgeschlagen – eine faktische Rücknahme der Erhöhung von 2024. Die AfD geht noch weiter und hat einen Antrag eingebracht, die Steuer komplett ab dem 1. Dezember 2024 abzuschaffen. Die fehlenden Einnahmen sollen durch Umwidmungen aus Haushaltstitel 12 (Verkehrsinfrastruktur) ausgeglichen werden.

Die anstehende Nationale Luftfahrtstrategie, die im Juni auf der ILA Berlin präsentiert wird, soll die langfristigen Pläne der Regierung zur Stabilisierung der Branche aufzeigen. Sie kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, denn Airlines, Flughäfen und Beschäftigte kämpfen mit finanzieller Unsicherheit und sich ändernden politischen Rahmenbedingungen.

Die vorgeschlagenen Steuersenkungen sollen die Belastung für Fluggesellschaften und Passagiere verringern, doch die Erholung der Branche bleibt ungewiss. Angesichts steigender Arbeitsplatzverluste und hoher Treibstoffpreise wird die kommende Strategie der Regierung eine entscheidende Rolle für die Zukunft der deutschen Luftfahrt spielen. Die Ankündigungen auf der ILA Berlin werden zeigen, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Branche wieder auf stabilen Kurs zu bringen.

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