Christian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft ihm Identitätsdiebstahl und Demütigungen vor
Nico KellerChristian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft ihm Identitätsdiebstahl und Demütigungen vor
Der bekannte deutsche Komiker und Schauspieler Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm vor, unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, explizite Inhalte verbreitet und unter ihrer Identität TelefONSEX betrieben zu haben. Die Anschuldigungen haben eine breitere Debatte über sein früheres Werk und sein öffentliches Image ausgelöst.
Erstmals auf sich aufmerksam machte Ulmen Mitte der 2000er-Jahre durch seine Rolle in der Reality-Show Mein neuer Freund. Woche für Woche spielte er darin einen anderen schrecklichen Freund – Figuren, die darauf angelegt waren, die Geduld der beteiligten Frauen auf die Probe zu stellen. Eine seiner berüchtigtsten Rollen war die des adligen Alexander von Eich, der seine Freundin mit einem Stock demütigte und sie als "Franziskarrrrr!" anbrüllte.
2013 übernahm er dann die Figur des Uwe Wöllner, eines satirischen Moderators mit schiefen Zähnen, in der TELE-5-Sendung Wer will meine Freundin vögeln? In der Show konkurrierten zwei Männer darum, deren Freundin begehrenswerter sei – wobei der neue Freund sich oft danebenbenahm. Frauen, die das Experiment bis zum Ende durchhielten, erhielten eine Geldsumme.
Die Beziehung zwischen Ulmen und Fernandes wurde 2010 öffentlich, wobei sich manche fragten, warum ein "brillanter, geistreicher Intellektueller" wie Ulmen mit einer "hübschen, aber austauschbaren" Viva-Moderatorin wie Fernandes zusammen sei. Jetzt führen ihre Vorwürfe – darunter das, was sie als "virtuelle Vergewaltigung" beschreibt – zu einer Neubewertung seiner frauenfeindlichen TV-Rollen.
Fernandes' Geschichte reiht sich ein in eine wachsende Liste realer Fälle, in denen Frauen über Übergriffe durch Männer sprechen. Online machen viele die Worte der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot stark: "Die Scham muss die Seite wechseln."
Die Anschuldigungen gegen Ulmen haben sein frühes Schaffen erneut in den Fokus gerückt. Seine Darstellungen misogyner Charaktere auf dem Bildschirm werden nun mit anderen Augen gesehen. Fernandes' Entscheidung, sich zu äußern, trägt zur größeren Diskussion über Verantwortung und Missbrauch bei.






