BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und kämpft mit Rekord-Ölpreisen und Umstrukturierung
Niklas MüllerBP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und kämpft mit Rekord-Ölpreisen und Umstrukturierung
BP beschleunigt interne Umstrukturierung – Ölpreise steigen auf Rekordniveau
BP treibt seine interne Umstrukturierung voran, während die Ölpreise fast Rekordhöhen erreichen. Das Unternehmen hat angekündigt, seine Raffinerie in Gelsenkirchen zu verkaufen und gleichzeitig die Kostensenkungen weiter voranzutreiben. Gleichzeitig prägen steigende Rohölpreise und Lieferkettenengpässe weiterhin den Energiesektor.
Die globalen Ölpreise sind stark angestiegen, mit Brent-Rohöl bei etwa 112 US-Dollar pro Barrel. Der Preisschub folgt auf schwere Blockaden in der Straße von Hormus, die wichtige Schifffahrtsrouten unterbrochen haben. Als Reaktion darauf hat die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmeregelung für den Jones Act erlassen, um die Lieferketten zu entlasten.
BPs Umstrukturierungsmaßnahmen gewinnen an Fahrt. Das Unternehmen verkauft seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group – ein Deal, der auch die Übernahme von rund 1.800 Mitarbeitern umfasst. Die Anlage verarbeitet jährlich bis zu 12 Millionen Tonnen Rohöl, und der Verkauf könnte BPs Verbindlichkeiten um bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar verringern.
Der Schritt ist Teil eines umfassenderen Desinvestitionsplans: BP strebt bis 2027 Vermögensverkäufe in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar an. Bisher wurden bereits über 11 Milliarden US-Dollar erzielt. Parallel dazu hat das Unternehmen sein Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 angehoben, um die finanzielle Lage zu stärken.
Doch die Herausforderungen bleiben. Rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte der BP-Raffinerie in Whiting, Indiana, wurden nach gescheiterten Tarifverhandlungen ausgesperrt. Zudem ist der Marktwert des Unternehmens seit 2019 um etwa 40 Prozent gesunken – von rund 130 Milliarden Pfund auf 75 Milliarden Pfund (Stand März 2026). Gründe hierfür sind schwankende Ölpreise, der Wandel hin zu erneuerbaren Energien, Konkurrenz durch kostengünstige Produzenten und strengere Regulierungen für fossile Brennstoffe.
Trotz dieser Belastungen hat die HSBC kürzlich die Aktienbewertung von BP von "Reduce" auf "Hold" hochgestuft und das Kursziel angehoben. Die Entscheidung spiegelt das Vertrauen in den Raffinerieverkauf und die laufende Umstrukturierung wider.
Der Verkauf der Gelsenkirchener Raffinerie und die ausgeweiteten Sparmaßnahmen erfolgen zu einer Zeit, in der BP mit hohen Ölpreisen und Marktvolatilität konfrontiert ist. Die Desinvestitionen und Restrukturierungen sollen die zukünftige Liquidität sichern und die Bilanz stabilisieren. Analysten blicken nun mit vorsichtigem Optimismus auf die finanzielle Zukunft des Unternehmens.






