13 March 2026, 06:05

Berlin steckt 2024 in der Dauerkrise: Marode Infrastruktur und wachsende Gewalt

Eine belebte Straße in Berlin, Deutschland, gesäumt von parkenden Taxis, Passanten, Laternenpfählen und Bäumen, mit einem fernen Bogen, Statuen, Turm und einem bewölkten Himmel.

Berlin ohne Rolltreppen - Was läuft noch in der Hauptstadt? - Berlin steckt 2024 in der Dauerkrise: Marode Infrastruktur und wachsende Gewalt

Berlin kämpft seit Beginn des Jahres 2024 mit einer Reihe anhaltender Probleme – von maroder Infrastruktur bis hin zu steigender Kriminalität. Die Bewohner der Stadt haben mit unsicheren Gehwegen, defekten Verkehrsverbindungen und Verzögerungen bei grundlegenden Instandhaltungsarbeiten zu kämpfen. Zwar zeigen die Bemühungen der Stadt gegen illegale Müllentsorgung erste Erfolge, doch das Problem des wilden Mülls bleibt weiterhin bestehen.

Der Berliner Hauptbahnhof leidet seit fast einem Monat unter defekten Rolltreppen. Rund zwei Drittel der 52 Rolltreppen sind außer Betrieb, sodass Reisende die 147 Stufen zwischen den Fernbahnsteigen und der S-Bahn zu Fuß bewältigen müssen. Die Reparaturen stocken aufgrund fehlender Ersatzteile, ein konkreter Zeitplan für die Behebung der Schäden steht noch aus.

Auch eine erst kürzlich eröffnete, drei Kilometer lange Teilstrecke der Autobahn A100 – deren Bau zwölf Jahre in Anspruch nahm – hat die Verkehrssituation verschärft. Eigentlich sollte die Fertigstellung Staus verringern, doch nun kämpfen Autofahrer mit neuen Engpässen.

Für Fußgänger begann das Jahr ebenfalls mit gefährlichen Bedingungen: Vereiste Gehwege blieben wochenlang ungeräumt, was zu zahlreichen Stürzen führte. Noch immer liegen überall Streugutreste verstreut, die voraussichtlich erst Mitte April beseitigt werden.

Die Kriminalität verschärft die Probleme der Stadt zusätzlich. Ein Bandenkrieg, der mit der türkischen Organisierten Kriminalität in Verbindung steht, hat zu einer Zunahme von Schießereien geführt. Als Reaktion verlängerte das Landeskriminalamt Berlin die Arbeit seiner Sondereinheit Ferrum um weitere sechs Monate, um die Gewalt einzudämmen.

Immerhin zeigen strengere Bußgelder gegen illegale Müllentsorgung Wirkung: Seit November 2023 sank die Zahl der gemeldeten Fälle um etwa 25 Prozent – von rund 1.600 Vorfällen im Jahr 2022 auf etwa 1.200 in diesem Jahr. Dennoch hat Berlin im Vergleich zu anderen Großstädten weiterhin stärker mit Vermüllung zu kämpfen.

Regierender Bürgermeister Kai Wegner steht wegen seines Krisenmanagements in der Kritik. Sein Tennis-Spiel während eines stadtweiten Stromausfalls – in den Medien als Tennis-Gate bezeichnet – belastete sein Image zusätzlich.

Die Stadt ringt weiterhin mit Infrastrukturpannen, Kriminalität und Verzögerungen bei Instandhaltungsarbeiten. Zwar haben höhere Strafen die illegale Müllentsorgung reduziert, doch Müllprobleme und Verkehrsdefizite bleiben bestehen. Die Behörden geraten zunehmend unter Druck, die Lage zu verbessern, bevor sich die Bedingungen weiter verschlechtern.

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