Bayerische Städte setzen auf kreative Ampelmänner zwischen Tradition und Verkehrssicherheit
Lina HuberWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte setzen auf kreative Ampelmänner zwischen Tradition und Verkehrssicherheit
Bayerische Städte führen kreative Fußgängerampeln ein – zwischen Kultur und Sicherheit
In ganz Bayern setzen Städte auf kreative Fußgängerampeln, um lokale Traditionen und Kultur zu präsentieren. Von Nürnbergs Feldhasen nach Albrecht Dürer bis zur knödelwerfenden Frau in Deggendorf sorgen die Designs für Diskussionen über Verkehrssicherheit und Brauchtumspflege. Doch die regionalen Behörden sind uneins, ob solche Motive überhaupt erlaubt sein sollten.
Den Anfang machte Nürnberg mit einer Ampel, die Dürers berühmten Feldhasen zeigt. Oberbürgermeister Marcus König wies Bedenken hinsichtlich der Haftung zurück und verwies darauf, dass es bei ähnlichen Modellen anderswo keine Unfälle gegeben habe. Die Stadt argumentierte, dass Kommunen die volle Verantwortung für Ampelanlagen tragen – und damit auch mögliche rechtliche Konsequenzen.
Auch Augsburgs Kasperl, eine klassische Handpuppenfigur, leuchtet an roten Ampeln – allerdings erst nach einer Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. Eigentlich schreiben die Sicherheitsvorschriften der Straßenverkehrsordnung vor, dass rote Ampeln eine stehende und grüne eine gehende Figur zeigen müssen. Doch einige Städte finden Wege, diese Regeln zu umgehen.
Hof scheiterte zunächst mit seinem Entwurf eines Wärschtlamo (Wurstverkäufers) an Sicherheitsbedenken. Später erhielt das Projekt doch noch grünes Licht, nachdem die SPD-Stadtratsfraktion die Kosten von 3.000 Euro übernahm. In Dachau waren die traditionellen Tracht-Figuren so beliebt, dass Anwohner Spenden sammelten, um das Projekt auszubauen – Schablonen und Gestaltungsarbeiten kosteten rund 300 Euro.
Nicht alle stehen hinter der Idee. Das bayerische Innenministerium lehnt individuelle Ampelmotive ab und warnt, sie könnten Fußgänger ablenken und die Verkehrssicherheit gefährden. Trotzdem haben Städte wie München und Straubing bereits eigene Varianten installiert – Pumuckl und den Bruder Straubinger – als Symbole lokaler Identität.
Die Debatte um die kreativen Ampeln geht weiter: Während Städte auf kulturelle Selbstinszenierung setzen, pochen die Behörden auf Sicherheitsstandards. Vorerst prägen sowohl klassische als auch skurrile lokale Motive Bayerns Straßenbild. Ob weitere folgen, hängt davon ab, wie die Regionalregierungen Innovation und Verkehrsvorschriften in Einklang bringen.






