25 March 2026, 12:05

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – nur noch 20 Prozent der Sendungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit Reportern vor dem Kanzleramt in Berlin, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und Gebäuden im Hintergrund.

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – nur noch 20 Prozent der Sendungen

Eine neue Analyse zeigt, dass die öffentlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF in ihren Talkshows wirtschaftliche Themen zunehmend vernachlässigen. Von 284 untersuchten Folgen im Jahr 2025 beschäftigten sich nur 42 mit Wirtschaftsthemen – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Kritiker bemängeln, dass diese Vernachlässigung zu einer Zeit erfolgt, in der Deutschland mit anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert ist.

Die von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) durchgeführte Studie untersuchte Formate wie Markus Lanz, Anne Will (mit Caren Miosga als Moderatorin), Maybrit Illner, hart aber fair sowie Maischberger. Die Ergebnisse zeigen, dass 2025 nur noch 20 Prozent der Sendungen wirtschaftliche Themen behandelten – 2023 waren es noch 33 Prozent. Besonders hart aber fair hob sich positiv ab: Fast 39 Prozent der Folgen widmeten sich wirtschaftlichen Fragestellungen, und regelmäßig wurden Vertreter aus der Wirtschaft eingeladen.

Die Gästelisten aller Formate waren stark von Politikern (41 Prozent), Journalisten (27 Prozent) und Ökonomen (14 Prozent) geprägt. Unternehmer machten lediglich 5 Prozent der Teilnehmer aus, Vertreter aus der Industrie nur 2 Prozent. In fast einem Drittel der wirtschaftsbezogenen Sendungen kam überhaupt kein Vertreter aus der Wirtschaft zu Wort. Am schlechtesten schnitt Maischberger ab: In 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Diskussionen fehlte jede unternehmerische Perspektive.

INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben kritisierte die Sender scharf und warf ihnen vor, ihrem öffentlichen Auftrag nicht gerecht zu werden. Der Ausschluss von Wirtschaftsvertretern untergrabe eine ausgewogene Berichterstattung und schwäche das öffentliche Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge, so Alsleben. Er forderte dringende Reformen, um künftig mehr Stimmen aus Industrie und Handel zu Wort kommen zu lassen.

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Die Studie belegt einen klaren Rückgang der Wirtschaftsberichterstattung in den wichtigsten Talkformaten. Mit nur 42 von 284 Folgen, die sich 2025 mit Wirtschaftsthemen befassten, pocht die INSM auf eine Anpassung der Gästelisten und redaktionellen Schwerpunkte. Die Ergebnisse werfen die Frage auf, wie die öffentlich-rechtlichen Medien künftig mit den anhaltenden wirtschaftlichen Problemen des Landes in ihren Programmen umgehen werden.

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