ABDA startet radikale Umstrukturierung mit 14 neuen Fachabteilungen bis 2025
Nico KellerABDA startet radikale Umstrukturierung mit 14 neuen Fachabteilungen bis 2025
Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) steht vor einem tiefgreifenden Umbruch. Die Organisation löst ihr bisheriges Ressort-System ab und führt stattdessen 14 neu gebündelte Fachabteilungen ein. Franziska Erdle wurde zur neuen Hauptgeschäftsführerin ernannt und soll die Umstrukturierung leiten, die bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein soll.
Die ABDA hat ihre bisherigen Abteilungen und die dazugehörigen Leitungsfunktionen aufgelöst. An ihre Stelle treten nun 14 spezialisierte Einheiten, die in einem zentralisierten System arbeiten. Einige Abteilungen unterstehen direkt Erdle, andere werden von Claudia Korf, der neu berufenen stellvertretenden Geschäftsführerin, geleitet.
Die neue Struktur umfasst unter anderem die Ressorts Rechtsangelegenheiten, Politische Strategie und Regierungsbeziehungen, Europäische und internationale Angelegenheiten sowie das Verbandssekretariat. Weitere Bereiche sind Kommunikation, Finanzen, Personalwesen und Verwaltung. Zu den zentralen Fachabteilungen zählen zudem Qualitätssicherung und Apothekenpraxis, Arzneimittelsicherheit und pharmazeutische Dienstleistungen, Berufe und Qualifikationen, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Digitalisierung, Verträge mit Kostenträgern, Versorgungsmodelle im Gesundheitswesen sowie das Sekretariat der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker.
Alle Abteilungen sind künftig der zentralen Geschäftsführung unterstellt. In der ABDA-Zentrale arbeiten rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; die neu berufenen Abteilungsleitungen rekrutieren sich größtenteils aus langjährigen Beschäftigten. Der Umstrukturierungsplan wurde im Juli 2024 finalisiert, doch einige Branchenvertreter äußern Bedenken hinsichtlich Transparenz und möglicher Verschiebungen im Einfluss auf die Politikgestaltung.
Parallel dazu haben Apotheken ihre Rolle in neuen Versorgungsmodellen ausgebaut: Die Anzahl pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL) stieg von 156.000 im dritten Quartal 2024 auf 216.000 im dritten Quartal 2025. Ein direkter Zusammenhang zwischen diesen Entwicklungen und den internen ABDA-Reformen lässt sich jedoch nicht nachweisen.
Ziel der Neuaufstellung ist eine schlagkräftigere und effizientere Organisation. Die Umstellung auf 14 Fachabteilungen soll bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Mit der neuen Struktur wird die Entscheidungsfindung unter der zentralen Geschäftsführung gebündelt.