Wolfenbüttel setzt trotz Haushaltsnot auf teure Fahrradschnellstrecke nach Braunschweig
Nico KellerWolfenbüttel setzt trotz Haushaltsnot auf teure Fahrradschnellstrecke nach Braunschweig
Der Stadtrat von Wolfenbüttel hat Pläne für eine neue Fahrradschnellverbindung nach Braunschweig gebilligt. Das Projekt wird trotz eines erheblichen Haushaltsdefizits und bestehender Radwege zwischen den beiden Städten umgesetzt. Befürworter argumentieren, es werde gerechtere Verkehrsoptionen für alle Verkehrsteilnehmer fördern.
Die geplante Fahrradschnellstrecke würde 1,365 Millionen Euro Baukosten verursachen. Die jährlichen Unterhaltungskosten werden auf 30.000 Euro geschätzt. Aktuell kämpft Wolfenbüttel mit einem Haushaltsloch von 19 Millionen Euro.
Eine Zählstation verzeichnete im Jahr 2025 an Wochentagen durchschnittlich 367 Fahrradfahrten auf der Strecke. Der Radverkehr macht jedoch weniger als fünf Prozent aller Fahrten zwischen den Städten aus. Die Stadtverwaltung rechnet bei Fertigstellung der Schnellverbindung mit etwa 2.000 täglichen Fahrten.
Zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig bestehen bereits zwei gut ausgebaute Radwege. Die SPD-Fraktion unterstützt das Vorhaben, um eine gleichberechtigte Behandlung von Radfahrern zu gewährleisten. Der Grünen-Politiker Leonhard Pröttel kritisierte die CDU, sie bevorzuge lokale Radprojekte gegenüber der überregionalen Verbindung und nannte den Ansatz populistisch.
Mit der Entscheidung des Rates rückt die Realisierung der Fahrradschnellverbindung näher. Die Bau- und Folgekosten werden die finanzielle Belastung der Stadt weiter erhöhen. Ziel des Projekts ist es, den Radverkehr zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig zu steigern.






