Wissing fordert FDP-Neuausrichtung vor entscheidendem Parteitag im Mai
Nico KellerWissing fordert FDP-Neuausrichtung vor entscheidendem Parteitag im Mai
Der ehemalige FDP-Politiker Volker Wissing hat die Freien Demokraten aufgefordert, ihre politische Zukunft klarer zu definieren. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Partei im Mai einen neuen Vorsitzenden wählen wird. Wissing, einst Generalsekretär der FDP, hatte die Partei nach dem Scheitern von Bundeskanzler Olaf Scholz' Ampelkoalition verlassen.
Wissing kritisierte, die FDP habe sich unter ihrer aktuellen Führung zu weit nach rechts bewegt. Die "libertäre Ausrichtung" unter Christian Dürr habe keine Wahlerfolge gebracht, so seine Argumentation. Statt Trends zu folgen, müsse die Partei den Wählern eine überzeugende Zukunftsvision präsentieren.
Beim anstehenden Führungsduell wird Dürr im nächsten Monat auf dem Parteitag gegen Henning Höne antreten. Wissing, der nach seinem FDP-Austritt als parteiloser Minister im Amt blieb, hat sich bisher hinter keinen der beiden Kandidaten gestellt. Seine Aussagen unterstreichen die wachsende Debatte darüber, ob die jüngste strategische Neuausrichtung der Partei ihre Anziehungskraft geschwächt hat.
Wissings Rückzug erfolgte nach dem Zerbrechen der Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP. Seitdem ist er zwar weiter in der Regierung tätig, vertritt die FDP in Kabinettssitzungen aber nicht mehr.
Im Mai wird die FDP zwischen Dürr und Höne entscheiden. Das Ergebnis könnte darüber bestimmen, ob die Partei ihren bisherigen Kurs fortsetzt oder ihre politische Position neu überdenkt. Wissings Kritik erhöht den Druck auf die Mitglieder, die nun über die künftige Ausrichtung abstimmen müssen.






