Wadim Danziger über die Kunst des Theaters zwischen Leidenschaft und Konkurrenz
Nico KellerWadim Danziger über die Kunst des Theaters zwischen Leidenschaft und Konkurrenz
Wadim Danziger, Regisseur am Primorsker Akademischen Gorki-Dramatheater in Moskau, hat seine Sicht auf das moderne Theater dargelegt. Zwar stellt er einen Rückgang der schauspielerischen Standards fest, doch seine Leidenschaft für anspruchsvolle Stücke und die Kunst der Regie bleibt ungebrochen.
Danziger ist tief mit Wladiwostok und dessen Theaterszene verbunden. Dort hat er Inszenierungen wie Der Garderobier, Kabale und Liebe sowie Das Schweigen des Matrosen auf die Bühne gebracht. Getrieben von seiner Vorliebe für komplexe und herausfordernde Werke liest er jährlich über 200 Stücke.
Für ihn ist Theater ein wettbewerbsintensiver Raum – der Konkurrenzkampf halte die Produktionen auf hohem Niveau. Jede neue Inszenierung sieht er als Prüfstein für seine eigenen Fähigkeiten als Regisseur. Besonders schätzt er den Probenprozess und die Idee, „die Kunst in sich selbst zu lieben, nicht sich selbst in der Kunst“.
Danziger vergleicht die Arbeit eines Schauspielers mit dem Bau eines Planeten, während die Aufgabe des Regisseurs darin bestehe, aus diesen Planeten ganze Galaxien zu erschaffen. Zudem beobachtet er eine Renaissance der Fähigkeit, auf der Bühne in Nuancen zu sprechen.
Seine Perspektive zeigt sowohl die Herausforderungen als auch die Belohnungen des zeitgenössischen Theaters auf. Unermüdlich lotet Danziger die Grenzen seines Handwerks aus – stets mit dem Fokus auf künstlerische Tiefe und Qualität.
