Terrassengebühren: Warum Gastronomen in manchen Städten 20-mal mehr zahlen
Charlotte JägerTerrassengebühren: Warum Gastronomen in manchen Städten 20-mal mehr zahlen
Eine neue Analyse hat erhebliche Unterschiede bei den Terrassengebühren für Restaurants in deutschen Kommunen aufgedeckt. Während einige Städte überhaupt keine Abgaben erheben, verlangen andere für eine standardmäßige Außenfläche mehr als 1.000 Euro. Die Ergebnisse zeigen, wie stark die Kosten je nach Standort variieren können.
Die Studie untersuchte ein Modellunternehmen mit einer 25 m² großen Außenterrasse in zentraler Lage auf öffentlichem Grund während der Hauptsaison (Mai bis September, 153 Tage). Im Durchschnitt berechnen die Kommunen für diese Nutzung 328 Euro. Doch die Beträge unterscheiden sich regional deutlich.
Spitzenreiter ist Wernigerode, wo Gastronomen für dieselbe Fläche 1.163 Euro zahlen müssen. Es folgen Lutherstadt Wittenberg mit 750 Euro und Halle (Saale) mit 700 Euro. Am unteren Ende der Skala liegen Schönebeck mit nur 52 Euro und Zeitz mit 56 Euro. Dessau-Roßlau erhebt stattdessen eine pauschale Jahresgebühr anstelle saisonaler Preise.
Gleichzeitig verzichten rund ein Fünftel der untersuchten Kommunen komplett auf Terrassengebühren. Merseburg, Sangerhausen, Köthen, Salzwedel und Eisleben haben diese Kosten vollständig abgeschafft. Die Analyse weist zudem darauf hin, dass Bearbeitungsgebühren für Antragsverfahren nicht in die Berechnungen einbezogen wurden.
Trotz der großen Unterschiede hätte ein Wegfall der Terrassengebühren kaum Auswirkungen auf die Haushalte der Kommunen. Die Einnahmen aus diesen Abgaben machen in den meisten Städten weniger als 0,05 Prozent des Gesamtbudgets aus.
Die Untersuchung offenbart eine klare Spaltung in der Handhabung der Terrassengebühren: Manche Städte verlangen mehr als das Zwanzigfache im Vergleich zu anderen. Für Gastronomen können die Kosten je nach Standort extrem unterschiedlich ausfallen. Die Ergebnisse legen nahe, dass ein Verzicht auf diese Gebühren die kommunalen Finanzen nicht spürbar belasten würde.






