Schülerwettbewerb beleuchtet vergessene Geschichte der Russlanddeutschen in Kasachstan
Niklas MüllerSchülerwettbewerb beleuchtet vergessene Geschichte der Russlanddeutschen in Kasachstan
Binationaler Schülerwettbewerb rückt gemeinsame Geschichte der Russlanddeutschen und ihre Verbindungen zu Kasachstan in den Fokus
Ein binationaler Schülerwettbewerb hat die vielschichtige Geschichte der Russlanddeutschen und ihre engen Bezüge zu Kasachstan ins Licht gerückt. Die Veranstaltung sollte das Bewusstsein für das gemeinsame kulturelle Erbe beider Länder vertiefen. Die 16-jährige Fiora Marte, Schülerin am Elisabeth-Selbert-Gymnasium, gewann mit ihrem Projekt zu diesem oft vernachlässigten Kapitel der Geschichte den Hauptpreis.
Organisiert wurde der Wettbewerb vom Innenministerium, dem Bildungsministerium sowie der öffentlichen Stiftung „Verband der Deutschen Kasachstans ‚Wiedergeburt‘“. Unterstützung erhielt die Initiative zudem vom „Haus der Heimat Baden-Württemberg“. Ziel war es, das Interesse an den historischen und kulturellen Verbindungen zwischen Deutschland und Kasachstan zu fördern.
Fiora Marte erstellte einen siebenminütigen Podcast, in dem sie fundierte Informationen zur Geschichte Kasachstans zusammenfasste. Ihre Arbeit stützte sich unter anderem auf Zeitzeugenberichte wie die bewegende Schilderung von Irina Albul, die ihre Ankunft in Kasachstan beschrieb. Zudem bezog sich der Podcast auf ein Buch von Alexander Krylow, das die harten Lebensbedingungen und Zwangsarbeit der Deutschen in der Region dokumentiert.
Martes Verständnis für Kasachstan prägte ihr Geschichtslehrer Andreas Fuchs, ein ehemaliger Landsmann aus Almaty. Trotz offizieller Verbote gelang es den Deutschen in Kasachstan, ihre Identität durch heimliche Bräuche und Traditionen zu bewahren. In ihrem Projekt kam Marte zu dem Schluss, dass diese Geschichte bis heute von Bedeutung ist.
Der Wettbewerb trug dazu bei, die gemeinsame Vergangenheit Deutschlands und Kasachstans sichtbar zu machen. Fiora Martes preisgekrönter Podcast lenkte die Aufmerksamkeit auf das Leid und die Widerstandsfähigkeit der Deutschen in Kasachstan. Ihre Arbeit stellt sicher, dass diese Geschichte von neuen Generationen nicht vergessen wird und Verständnis dafür wächst.
