RAW-Gelände in Berlin: Droht das Aus für Kultclubs wie Cassiopeia und Crack Bellmer?
Charlotte JägerRAW-Gelände in Berlin: Droht das Aus für Kultclubs wie Cassiopeia und Crack Bellmer?
Berliner RAW-Gelände: Streit zwischen Eigentümern und Clubs spitzt sich zu
Im Mittelpunkt eines wachsenden Konflikts steht das Berliner RAW-Gelände, wo sich die Eigentümerfamilie Kurth und lokale Clubs unversöhnlich gegenüberstehen. Die Familie Kurth, die seit Langem eine Neubebauung des Areals vorantreibt, droht nun mit der Schließung mehrerer Kulturstätten. Aktivisten und politische Gruppen mobilisieren derweil, um den Standort vor einer bevorstehenden Frist zu retten.
Die Auseinandersetzung verschärfte sich, nachdem die Familie Kurth die Verlängerung kurzfristiger Mietverträge für Clubs wie Crack Bellmer, Bar zum Schmutzigen Hobby, Lokschuppen und Cassiopeia verweigerte. Zudem wurden Betriebserlaubnisse widerrufen, wodurch die Locations in einer rechtlichen Grauzone zurückblieben. Die Betreiber sehen sich nun in ihrer Existenz bedroht und fordern Rechtssicherheit sowie eine klare Lösung.
Ein Entwurf für einen Kompromiss sieht vor, dass die Familie Kurth das Gelände zwar bebauen darf, im Gegenzug aber langfristig stark subventionierte Bedingungen für kulturelle Nutzungen – mindestens 30 Jahre lang – garantieren muss. Doch über den Zeitrahmen herrscht weiterhin Uneinigkeit. Während die Kurths dem Bezirk Verzögerungen vorwerfen, bestehen die Behörden auf eine rechtlich wasserdichte Ausarbeitung der Pläne, bevor sie zugestimmt wird.
Die Eigentümer haben informell ein Ultimatum bis Monatsende gesetzt und drängen auf eine beschleunigte Prüfung von Brandschutz- und Lärmschutzauflagen. Doch weder der Bezirk noch die Clubbetreiber zeigen sich bereit, sich unter Druck setzen zu lassen. Als Reaktion haben Aktivisten für Samstag eine Demonstrations-Rave veranstaltet, unterstützt von SPD, Grünen und der Linken.
Der jüngste Vorstoß der Familie Kurth sieht den Bau von Wohnungen vor – trotz eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung, der eine solche Nutzung untersagt. Dies heizt die Stimmung weiter an, da die kulturellen Mieter eine dauerhafte Verdrängung fürchten.
Die Zukunft der RAW-Clubs bleibt ungewiss. Ohne eine verbindliche Einigung droht den Locations die Schließung, während die Familie Kurth mit der Neubebauung voranschreitet. Entscheidend wird sein, ob bis Ende des Monats noch eine Lösung gefunden wird.






