17 March 2026, 04:04

PKV-Verband begrüßt Apotheken-Reformen – aber mit klaren Vorbehalten

Außenansicht der 'The Generics Pharmacy'-Filiale mit umliegenden städtischen Elementen unter einem klaren blauen Himmel.

PKV-Verband begrüßt Apotheken-Reformen – aber mit klaren Vorbehalten

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat auf die jüngsten Gesundheitsreformen reagiert, die Apotheken betreffen. Zwar unterstützt der Verband einige der Maßnahmen, äußert jedoch Bedenken hinsichtlich der Finanzierung, der Preispolitik und der Ausweitung pharmazeutischer Dienstleistungen.

Der PKV-Verband begrüßt Initiativen zur Stärkung der Rolle von Apothekern, stellt jedoch infrage, ob bestimmte neue Angebote tatsächlich messbare Vorteile für Patienten bringen.

Positiv bewertet der Verband Pläne, die Kompetenzen von Apothekern bei Impfungen auszubauen sowie in Notfällen die einmalige Abgabe von Langzeitmedikamenten ohne Rezept zu ermöglichen. Diese Schritte entsprechen dem Ziel, Apotheken als zugängliche Anlaufstellen im Gesundheitswesen zu etablieren.

Kritisch sieht der Verband hingegen die Einführung umfassenderer pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL), etwa Beratungen zu Verhaltensrisiken wie Rauchen oder ungesunder Ernährung. Hier müsse zunächst der konkrete Nutzen für die Gesundheit nachgewiesen werden, bevor eine flächendeckende Umsetzung erfolge.

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Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Finanzierung. Seit dem Inkrafttreten des Apotheken-Stärkungsgesetzes (VOASG) im Jahr 2020 blieben viele der vorgesehenen Mittel für pharmazeutische Dienstleistungen ungenutzt. Der PKV-Verband fordert ein neues Finanzierungsmodell, da das aktuelle System – das über den Not- und Bereitschaftsdienstfonds abgewickelt wird – keine ausreichende Inanspruchnahme bewirkt habe.

Bei der Preispolitik unterstützt der Verband zwar Reformen für Rezepturarzneimittel, pocht jedoch auf eine Mitsprache bei den Verhandlungen. Er lehnt es ab, die Preisgestaltung allein dem Deutschen Apothekerverband (DAV) und dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) zu überlassen. Vielmehr müssten auch private Versicherer und ihre Versicherten von Kosteneinsparungen profitieren. Zudem fordert der Verband gesetzliche Änderungen, um die individuelle Abrechnung pharmazeutischer Dienstleistungen für privatversicherte Patienten zu ermöglichen.

Die Stellungnahme des PKV-Verbands zeigt eine ambivalente Haltung: Einerseits wird die Erweiterung der Apothekerrollen bei Impfungen und in der Notfallversorgung befürwortet, andererseits wird bei weiteren Dienstleistungen auf wissenschaftliche Nachweise bestanden.

Darüber hinaus drängt der Verband auf fairere Preisverhandlungen und ein überarbeitetes Finanzierungssystem, um sicherzustellen, dass private Versicherer und ihre Kunden nicht benachteiligt werden.

Quelle