Osnabrücks Kita-Krise: 113 Millionen Euro investiert – doch das Land lässt die Stadt allein
Nico KellerOsnabrücks Kita-Krise: 113 Millionen Euro investiert – doch das Land lässt die Stadt allein
Seit 2009 hat Osnabrück 113 Millionen Euro in Kitas investiert – der Bund hat davon knapp 8 Millionen Euro beigesteuert. Nun kritisiert der Kommunalpolitiker Wolfgang Beckermann die Finanzierungslücke als „beinahe skandalös“. Er warnt, die finanzielle Belastung für die Stadt sei ohne stärkere Unterstützung des Landes nicht mehr tragbar.
Der Ausbau der Kinderbetreuung hatte nach der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz für Einjährige an Fahrt aufgenommen. Dies löste eine massive Bauoffensive aus, deren Kosten größtenteils die Stadt tragen musste. Das Land erstattet lediglich etwa ein Drittel der Betriebskosten – die Hauptlast bleibt damit bei Osnabrück hängen.
Seit Sommer 2022 setzt die Stadt verschiedene Maßnahmen um, um den Personalmangel in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe zu bekämpfen. Dazu gehören die Ausbildung von Fachkräften, die Gewinnung von Quereinsteigern sowie Fortbildungsangebote. Durch Springerpools und gezielte Werbekampagnen konnten nahezu alle Stellen in den städtischen Kitas besetzt werden.
Trotz dieser Erfolge zeigt sich Beckermann verärgert: Im Haushalt 2024 sind keine Landesmittel für den Kita-Ausbau vorgesehen. Er fordert das Land auf, schnell zu handeln, um die finanzielle Schieflage Osnabrücks zu entlasten.
Die hohen Investitionen und laufenden Kosten belasten den Stadthaushalt weiterhin stark. Da für das kommende Jahr keine neuen Landesmittel in Aussicht sind, drängen die Verantwortlichen auf rasche Änderungen. Ohne diese bleibt die langfristige Zukunft des Osnabrücker Kita-Systems ungewiss.






