01 May 2026, 06:06

Ökonom warnt: Spritsubventionen verschärfen die Energiekrise statt sie zu lösen

Grafik mit der Bezeichnung "Treibstoffpreise in den Vereinigten Staaten", die zwei Linien zeigt: eine blaue Linie, die stetig ansteigt (was eine Verringerung der Treibstoffpreise anzeigt), und eine grüne Linie, die etwas höher ist (was eine Preissteigerung anzeigt), auf einem weißen Hintergrund.

Ökonom warnt: Spritsubventionen verschärfen die Energiekrise statt sie zu lösen

Subventionen für Sprit sind der falsche Weg, um steigende Energiekosten zu bekämpfen, warnt ein führender Ökonom. Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), betont, dass solche Maßnahmen die Nachfrage künstlich anheizen und Gewinne an ausländische Exporteure weiterleiten würden. Stattdessen müsse Europa den Verbrauch von Öl und Gas drastisch reduzieren, um die Energieunabhängigkeit zu sichern und die globalen Preise zu senken.

Edenhofer verweist auf historische Krisen, um Lehren für die heutigen Energiefragen zu ziehen. In den 1970er-Jahren hätten Regierungen auf die Ölkrisen nicht mit Preissubventionen, sondern mit Sparmaßnahmen reagiert. Politiker hätten bereits vor Jahren klarstellen müssen, dass die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen der Schlüssel zu langfristiger Sicherheit sei, so der Ökonom.

Anstelle pauschaler Subventionen schlägt Edenhofer gezielte Einkommenshilfen für einkommensschwache Haushalte vor. Damit ließen sich die am stärksten Betroffenen schützen, ohne die Nachfrage künstlich zu steigern. Ein geringerer Verbrauch würde zudem Europas Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten verringern und dem Kontinent mehr Gewicht auf den globalen Märkten verschaffen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Für Edenhofer ist dieser Wandel nicht nur eine Frage der Energiepolitik, sondern auch des Klimaschutzes. Eine sinkende Nachfrage stabilisiere die Preise und trage gleichzeitig zu den Umweltzielen bei. Er sieht darin eine kluge wirtschaftliche Strategie und eine geopolitische Notwendigkeit in einem instabilen Energiemarkt.

Die Warnungen des Ökonomen zeigen die Risiken kurzfristiger Lösungen wie Spritsubventionen auf. Ohne eine Senkung der Nachfrage bleibe Europa anfällig für Preisschwankungen und Lieferengpässe. Edenhofers Vorschläge skizzieren einen anderen Weg: direkte Hilfe für Bedürftige und eine langfristige Strategie, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu überwinden.

Quelle