Niederländische Versandapotheken umgehen deutsche Medikamenten-Festpreise mit illegalen Rabatten
Charlotte JägerNiederländische Versandapotheken umgehen deutsche Medikamenten-Festpreise mit illegalen Rabatten
Niederländische Versandapotheken verstoßen weiterhin gegen deutsche Vorschriften zur Preisgestaltung von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Trotz der in Deutschlands Sozialgesetzbuch festgelegten Festpreise locken diese Unternehmen mit illegalen Rabatten und Bonusangeboten. Nun fordert die Bundesapothekerkammer (ABDA) schärfere Strafen, um dieser Praxis ein Ende zu bereiten.
Die ABDA hat strengere Maßnahmen gegen Apotheken gefordert, die sich über die Preisvorgaben hinwegsetzen. Ihr Vorschlag sieht Bußgelder von bis zu 300.000 Euro pro Verstoss vor. Zudem sollen die Täter vorübergehend von der Belieferung von Versicherten ausgeschlossen werden, bis alle Strafen beglichen sind.
Der Verband hat das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) aufgefordert, die Durchsetzung der Regeln zu übernehmen. Zwar gibt es Bestätigungen für die Existenz der Rabatte, doch wurden weder konkrete Zahlen noch die Namen der beteiligten niederländischen Apotheken veröffentlicht.
Im Mittelpunkt des Streits steht das deutsche System der Festpreise, das die Medikamentenkosten fair und kalkulierbar halten soll. Die niederländischen Versandapotheken unterbieten diese Preise jedoch weiterhin mit unerlaubten Angeboten und Treueprogrammen.
Falls die Vorschläge der ABDA umgesetzt werden, drohen Apotheken, die gegen die Regeln verstoßen, hohe Geldstrafen und Lieferverbote. Das BAS würde die Einhaltung überwachen und dafür sorgen, dass die Sanktionen einheitlich angewendet werden. Ziel der Initiative ist es, Schlupflöcher zu schließen, die es ausländischen Unternehmen ermöglichen, die deutschen Arzneimittelpreisvorschriften zu umgehen.






