Neue Karten zeigen Geothermie-Potenzial in Niedersachsens Untergrund
Eine neue Kartenserie soll dabei helfen, vielversprechende Standorte für tiefe Geothermie in Niedersachsen zu identifizieren. Das vom Niedersächsischen Geothermie-Dienst (NGD) geleitete Projekt zeigt Gebiete mit hohem Potenzial für die nachhaltige Wärmegewinnung aus tiefen Gesteinsschichten auf.
Im Fokus stehen die Schichten der Exter-Formation aus der Keuper-Zeit, eine über 200 Millionen Jahre alte geologische Formation. Diese Gesteinsschichten können bis zu 2.600 Meter tief reichen, wo Temperaturen von über 100 Grad Celsius herrschen. Die Daten basieren auf mehr als 1.100 Tiefbohrungen in der Region und bieten eine detaillierte Darstellung der Untergrundverhältnisse.
Tiefe Geothermie-Anlagen fördern Thermalwasser aus Sandsteinschichten über Bohrlöcher. Die gewonnene Wärme wird anschließend für Fernwärme oder industrielle Großprojekte genutzt. Die meisten bestehenden Geothermie-Bohrungen in Deutschland reichen in Tiefen zwischen 2.000 und 3.500 Metern – doch Norddeutschland, einschließlich Niedersachsens, bleibt bisher weitgehend unerschlossen, vor allem wegen hoher Bohrkosten und Explorationsrisiken.
Das Interesse an Geothermie wächst jedoch rasant – bei Kommunen, Energieversorgern und energieintensiven Unternehmen. Die neuen Karten sind nun öffentlich zugänglich und liefern Planern und Investoren wertvolle Erkenntnisse über mögliche Bohrstandorte.
Die Veröffentlichung der Karten markiert einen wichtigen Schritt zur Ausweitung der Geothermie-Nutzung in Niedersachsen. Angesichts der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Wärmelösungen könnten die Daten dazu beitragen, Explorationsrisiken zu verringern und Investitionen in tiefe Geothermie-Projekte in der Region zu fördern.






