Legendäres Münchner Nachtlokal wird als Kunstwerk unsterblich gemacht
Niklas MüllerLegendäres Münchner Nachtlokal wird als Kunstwerk unsterblich gemacht
Ein Stück des legendären Münchner Nachtlebens wurde als Kunstwerk bewahrt. Der 85-jährige Künstler Rupert Dorrer aus Bruckmühl verwandelte die Wand des einst berühmtesten Lokals der Stadt, der Schwabinger 7, in ein vielschichtiges Gemälde. Das Werk, das nun als Dauerleihgabe ausgestellt wird, wird am Montag um 11 Uhr in einer feierlichen Enthüllung präsentiert.
Das unter dem Titel Schwabinger 7 stehende Bild ist eine Mixed-Media-Arbeit auf Holz mit den Maßen 140 cm Breite und 72 cm Höhe. Dorrer hat die Wand des Lokals in aufwendigen Farbschichten detailgetreu nachgebildet und so ihre Textur und Geschichte eingefangen. Das Werk wurde vor zwölf Jahren versteigert und von Denn's Biomarkt erworben, der heute das Gebäude in der Feilitzschstraße 7 nutzt.
Die Vergangenheit des Hauses bleibt teilweise im Dunkeln. Zwar gibt es keine Aufzeichnungen über seine Nutzung vor dem 20. Jahrhundert, doch benachbarte Immobilien in Schwabing beherbergten einst Einzelhandelsgeschäfte und Büros wie den Büromarkt Hansen. Das Kunstwerk steht nun als Symbol für Vergänglichkeit – im Kontrast zu den lebhaften Treffen, die noch immer im benachbarten Grünen Eck, einer traditionellen Kneipe, stattfinden. Dorrer, der am 11. März seinen 85. Geburtstag feierte, gesellt sich noch heute regelmäßig zu den Stammgästen dazu und trifft dort oft auf Gerd "Manila" Waldhauser, den ehemaligen Wirt der Schwabinger 7.
Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter wird das Werk offiziell in der Galerie in Bruckmühl überreichen. Die Veranstaltung markiert die dauerhafte Installation des Gemäldes und sichert ihm damit einen Platz in der lokalen Kulturgeschichte.
Das Kunstwerk bleibt als Langzeitleihgabe in der Bruckmühl Galerie ausgestellt. Seine Enthüllung fällt mit Dorrers rundem Geburtstag zusammen und verleiht der Feier eine persönliche Note. Das Werk dient nun sowohl als Hommage an Münchens Vergangenheit als auch als lebendige Verbindung zu seinen geselligen Traditionen.