18 June 2026, 00:04

Jogi Löws ambivalentes Erbe: Vom WM-Triumph 2014 zu historischen Tiefschlägen

Wie in den alten Tagen: Deutschlands 'Bundesiogi' spukt Merkel an

Jogi Löws ambivalentes Erbe: Vom WM-Triumph 2014 zu historischen Tiefschlägen

Nach dem WM-Triumph 2014 durchlief die deutsche Fußballnationalmannschaft tiefgreifende Veränderungen. Die Mannschaft wurde unter dem Namen „Die Mannschaft“ neu positioniert und läutete damit eine neue Ära unter Bundestrainer Jogi Löw ein. Doch seine Amtszeit war in den folgenden Jahren von Höhenflügen und dramatischen Tiefschlägen geprägt.

Löw übernahm nach dem Erfolg 2014 selbstbewusst das Ruder – überzeugt, dass noch größere Triumphe bevorstanden. 2017 reichte sein Einfluss sogar über den Fußball hinaus: Als Mitglied der Bundesversammlung unterstützte er die Politik von Angela Merkel und stimmte für Frank-Walter Steinmeier als deutschen Bundespräsidenten.

Doch seine Amtszeit stand auch in der Kritik. Bei der WM 2018 erlebte Deutschland das schlechteste Gruppenspiel-Abschneiden seiner Geschichte – als Letzter mit den wenigsten Toren in der modernen Ära. Zwei Jahre später folgte das demütigende Ausscheiden im Achtelfinale der EM 2020, das Löw schließlich zum freiwilligen Rücktritt bewegte.

Trotz seines Abschieds blieb er eine prägende Stimme. 2022 übt er Kritik an der Mannschaftsstabilität – selbst nach dem souveränen 8:0-Auftaktsieg bei der WM gegen Saudi-Arabien, dem höchsten Sieg seit 2002. Unter seiner Führung galt das Team zeitweise als Symbol der international belächelten „Hippie-Republik“.

Löws Erbe ist ambivalent: Er führte Deutschland 2014 zum Gipfel des Erfolgs, musste aber auch einige der peinlichsten Niederlagen verantworten. Sein Wirken in Politik und Fußball hinterließ einen bleibenden, wenn auch umstrittenen Abdruck in der Nationalmannschaft.

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