Investoren warnen vor Enteignungsdebatten – Blessing sieht Risiko für Deutschlands Wirtschaft
Nico KellerInvestoren warnen vor Enteignungsdebatten – Blessing sieht Risiko für Deutschlands Wirtschaft
Der Bundesbeauftragte für Auslandsinvestitionen, Martin Blessing, hat vor wirtschaftlichen Risiken gewarnt, die mit der linkspolitischen Debatte um Eigentumsfragen verbunden sind. Bundeskanzler Friedrich Merz berief ihn im September 2025 in das Amt. Seine Warnungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, in dem ausländische Investoren die politischen Entwicklungen in Deutschland genau beobachten.
Blessing betonte, dass internationale Unternehmen weiterhin Vertrauen in die Stabilität Deutschlands hätten. Die Umfrageerfolge der AfD bei Landeswahlen bereiten ihnen demnach weniger Sorgen – weit problematischer seien für sie Forderungen nach Enteignungen und staatlichen Eingriffen in Eigentumsrechte.
In Berlin treiben vor allem linke und grüne Parteien Interventionen im Wohnungssektor voran. Ihre Vorschläge umfassen die Enteignung großer Wohnungsunternehmen sowie strenge Mietpreisbremse. Auch im Programm der Linken spielen Enteignungsforderungen eine zentrale Rolle. Blessing verwies darauf, dass solche Pläne Investoren weit mehr beunruhigten als der Aufstieg der AfD.
Nicht immer schreckt eine rechtspopulistische Mehrheit Unternehmen ab: In Österreich regiert die rechtspopulistische FPÖ auf Landesebene mit, ohne dass es zu spürbaren wirtschaftlichen Negativfolgen gekommen wäre.
Blessing rief die Bundesregierung dazu auf, das positive Deutschlandbild im Ausland gezielt für die Anwerbung von Investitionen zu nutzen. Priorität müsse es haben, Stabilität zu wahren und auf die Bedenken der Investoren einzugehen. Die wirtschaftlichen Folgen der Eigentumsdebatte erforderten eine sorgfältige Abwägung.






