Inflation steigt 2024 auf 4,6 Prozent – Golfkrise treibt Preise in die Höhe
Charlotte JägerInflation steigt 2024 auf 4,6 Prozent – Golfkrise treibt Preise in die Höhe
Deutschland bereitet sich auf einen deutlichen Anstieg der Inflation bis Ende 2024 vor – die Prognosen liegen nun bei 4,6 Prozent. Der erneute Preisschub folgt auf die verschärften Spannungen im Persischen Golf nach einem US-Angriff auf den Iran. Ökonomen warnen, dass die höheren Kosten Haushalte und Unternehmen zusätzlich belasten könnten, die ohnehin schon mit schwachem Wachstum kämpfen.
Die Inflation in Deutschland war 2022 auf über 10 Prozent geklettert und lag im Jahresdurchschnitt bei 6,9 Prozent. Damals trieben vor allem die Energiekrisen die Preise in die Höhe – ein ähnliches Muster liegt nun den aktuellen Prognosen zugrunde. Das Kölner Institut für Wirtschaftsforschung (IW) erwartet, dass die Teuerungsrate von 2,7 Prozent im März auf 3,5 Prozent bis 2026 steigen wird.
Die eskalierende Krise im Persischen Golf hat die globalen Ölmärkte durcheinandergebracht und die Spritpreise nach oben getrieben. Als Reaktion darauf führt Deutschland am 1. Mai 2024 eine temporäre Kraftstoffpreissenkung ein: Für zwei Monate werden die Steuern auf Diesel und Benzin um etwa 17 Cent pro Liter gesenkt. Zudem dürfen Unternehmen ihren Beschäftigten einen steuerfreien Inflationsausgleichsbonus von bis zu 1.000 Euro gewähren.
Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte – wie bereits 2022 – eingreifen, um die Inflation einzudämmen. Doch die wirtschaftliche Abkühlung in Deutschland erschwert die Entscheidung: Die Politik muss nun abwägen zwischen Preistabilität und Wachstum. Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, fordert die Regierung auf, vor allem einkommensschwache Haushalte zu entlasten.
Der erwartete Inflationsschub wird in den kommenden Monaten die Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft auf die Probe stellen. Die Kraftstoffrabatte und Bonuszahlungen sollen kurzfristig Entlastung bringen – langfristig könnten jedoch weitere Maßnahmen nötig sein. Wie die EZB als Nächstes handelt, hängt davon ab, wie sich Preise und Wachstum in den nächsten Wochen entwickeln.






