Hofbrauhaus Wolters beantragt Eigenverwaltung – Tradition trifft auf Krise
Nico KellerHofbrauhaus Wolters beantragt Eigenverwaltung – Tradition trifft auf Krise
Die Hofbrauhaus Wolters GmbH hat beim Amtsgericht Braunschweig Eigenverwaltung im Insolvenzverfahren beantragt. Die traditionsreiche Brauerei nannte schwache Absatzzahlen und steigende Kosten als Hauptgründe für diesen Schritt. Die Bekanntgabe erfolgte am Freitag und markiert einen einschneidenden Moment für das Unternehmen.
Die Brauerei, eine Tochter der Volksbank BRAWO eG, plant eine vollständige Neuausrichtung ihres Geschäfts. Die neue Strategie sieht einen Wandel vom klassischen Braubetrieb hin zu einem innovativen Getränkehersteller vor. Im Mittelpunkt steht die Stärkung der Position auf dem regionalen Markt.
Während des Insolvenzverfahrens wird die Geschäftsführung von der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte und der Eckert Assurance GmbH beraten. Wie Kimon Kantis mitteilte, ermögliche die Eigenverwaltung dem Unternehmen, die Branchenherausforderungen nachhaltig anzugehen. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung informiert; Löhne und Gehälter sind vorerst gesichert.
Die deutsche Braubranche kämpft seit der Pandemie mit hohen Produktions- und Energiekosten. 2025 sanken die Bierverkäufe im Land erneut um sechs Prozent, was die finanzielle Lage von Wolters zusätzlich belastete.
Der Insolvenzantrag folgt auf eine Phase wirtschaftlicher Anspannung für das Hofbrauhaus Wolters. Ziel der Restrukturierung ist es, das Geschäftsmodell zu modernisieren und die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Der Prozess wird zeigen, ob es der Brauerei gelingt, sich den veränderten Marktbedingungen anzupassen.






