Heuers umstrittene Geste: Warum ein Foto die Berliner Politik erschüttert
Nico KellerHeuers umstrittene Geste: Warum ein Foto die Berliner Politik erschüttert
Ein aktuelles Foto des CDU-Politikers Guido Heuer mit dem AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund sorgt in Berlin für Aufsehen. Die Aufnahme zeigt Heuer, wie er Siegmund während einer Podiumsdiskussion die Hand auf die Schulter legt. Kritiker werfen ihm vor, damit symbolisch die politische Quarantäne gegen die rechtspopulistische Partei zu durchbrechen.
Das Foto entstand, als sich Heuer und Siegmund während einer Debatte zu einem Mikrofon vorbeugten. Der Moment löste in der deutschen Politik Bestürzung aus. ZDF-Moderator Markus Lanz räumte später ein, dass ihn die öffentliche Ausgrenzung von AfD-Politikern unwohl fühle.
Die AfD liegt derzeit in Umfragen bei 29 Prozent und ist damit stärkste Kraft in Deutschland. Sie führt mit neun Punkten Vorsprung vor der CDU, die nur noch auf 20 Prozent kommt. Dieser Aufstieg wirft die Frage auf, ob die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September die absolute Mehrheit erreichen könnte.
Die Linken-Vorsitzende Eva von Angern verurteilte die Aufnahme scharf. Solche Bilder dürften nicht entstehen, betonte sie – die Hand eines Demokraten gehöre nicht auf die Schulter eines AfD-Mitglieds.
Der Vorfall offenbart die wachsenden Risse im Berliner „Cordon sanitaire“ gegen die AfD. Beobachter halten dessen Zusammenbruch mittlerweile für unvermeidbar. Angesichts der steigenden Umfragewerte könnte die Partei bald erheblichen Einfluss in Sachsen-Anhalt ausüben.






