Grüner Wirtschaftsflügel fordert 2-Prozent-Steuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Nico KellerGrüner Wirtschaftsflügel fordert 2-Prozent-Steuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Karl Haeusgen, Vorsitzender des Wirtschaftsflügels der Grünen, hat eine neue Vermögenssteuer für Deutschlands Superreiche vorgeschlagen. Der Plan sieht eine jährliche Mindestabgabe von 2 % auf Vermögen über 100 Millionen Euro vor. Haeusgen argumentiert, die Maßnahme könnte den sozialen Zusammenhalt stärken und gleichzeitig Kürzungen bei anderen Sozialleistungen ausgleichen.
Haeusgen, der zudem Mitinhaber eines mittelständischen Unternehmens mit 500 Millionen Euro Umsatz ist, betont, dass die Steuer das Vermögen nicht schmälern würde, wenn die Anlagen um bis zu 6 % pro Jahr wachsen. Um die Akzeptanz zu erhöhen, schlägt er vor, dass Steuerzahler inländische Kapitalerträge und Einkommenssteuern mit der Vermögenssteuer verrechnen können. Seine Haltung steht im Kontrast zu früherer Kritik an der staatlichen Spritpreis-Entlastung, die er als "planlose Hilfsmaßnahme" bezeichnete, da sie strukturelle Probleme nicht löse.
Seit Mitte 2025 leitet Haeusgen gemeinsam mit Marie-Luise Wolff den Wirtschaftsverband der Grünen. Die Gruppe will enttäuschte Anhänger der FDP sowie umweltbewusste Unternehmer ansprechen. Zuvor war er von 2020 bis 2024 Präsident des konservativen Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).
Sein Vorschlag spiegelt die Überzeugung wider, dass höhere Steuern auf Extremvermögen die wirtschaftliche Stabilität fördern könnten. Haeusgen beteuert, die Maßnahme werde den Wohlstand nicht gefährden – angesichts des moderaten Steuersatzes und der Wachstumssicherungen für Vermögen.
Die Vermögenssteuer würde nur die größten Vermögen in Deutschland erfassen, beginnend bei 100 Millionen Euro. Haeusgens Doppelfunktion als Unternehmer und grüner Politiker unterstreicht den Ansatz, wirtschaftliche Gerechtigkeit mit Wachstum in Einklang zu bringen. Sollte der Plan umgesetzt werden, könnte er die Debatten über Vermögensverteilung und Haushaltsverantwortung in den kommenden Jahren prägen.






