Gorlebens Zwischenlager droht 2034 das Aus – und kein Endlager in Sicht
Nico KellerGorlebens Zwischenlager droht 2034 das Aus – und kein Endlager in Sicht
Deutschlands Suche nach einem Endlager für Atommüll droht massive Verzögerungen
Die erste Genehmigung für das Zwischenlager Gorleben läuft 2034 aus – damit bleibt die Zukunft der gefährlichsten radioaktiven Abfälle des Landes ungewiss.
Die oberirdische Lagerhalle in Gorleben wurde zwischen 1982 und 1983 errichtet. Ihre Wände bestehen aus Stahlbeton, sind jedoch nur 50 Zentimeter dick, die Dachplatte misst sogar nur 20 Zentimeter. Derzeit lagern dort 113 Castor-Behälter, die zwischen 1995 und 2011 in 13 streng bewachten Transporten angeliefert wurden.
2024 begann die BGZ mit dem Bau einer zehn Meter hohen Schutzwand um die Anlage. Im vergangenen Frühjahr wurde zudem eine Flugverbotszone über dem Gelände verhängt. Dennoch kritisieren Experten, dass die Konstruktion weiterhin anfällig für Flugzeugabstürze, Drohnenangriffe oder Beschuss mit schweren Waffen sei.
Die BGZ hat beantragt, die Betriebsgenehmigung für Gorleben um 20 Jahre zu verlängern. Als Begründung führt das Unternehmen die Notwendigkeit regelmäßiger Überprüfungen und den Wissensaustausch an. Gegner werfen dem Vorhaben jedoch vor, die öffentliche Beteiligung zu schwächen und die Sicherheitsmängel der Anlage nicht zu beheben. Lokale Aktivisten spotten bereits und nennen das Lager spöttisch einen „Kartoffelschuppen“.
Da die Suche nach einem Endlager in tiefen geologischen Schichten immer weiter verzögert wird, bleibt die Zwischenlagerung noch auf Jahrzehnte entscheidend. Fachleute gehen mittlerweile davon aus, dass ein solches Endlager frühestens im nächsten Jahrhundert in Betrieb gehen wird. Damit verlängert sich die Abhängigkeit von Provisorien wie Gorleben – mit all ihren Risiken.
