Gleiches Haar, gleicher Preis: Friseure müssen Preismodelle radikal ändern
Niklas MüllerGleiches Haar, gleicher Preis: Friseure müssen Preismodelle radikal ändern
In Deutschland nimmt eine Reform Gestalt an, die geschlechterbasierte Preisdifferenzierung in Friseursalons verbieten soll. Der Bundestag hat in erster Lesung über den Gesetzentwurf beraten, der Diskriminierung bei den Kosten für Haarschnitte verhindern will. Künftig sollen Salons ihre Preise nach den erbrachten Leistungen und nicht nach dem Geschlecht berechnen.
Die Neuregelung verlangt von Friseuren, ihre Preise an Faktoren wie Haarlänge, Zeitaufwand oder spezifische Behandlungen zu orientieren. Damit wird das bisherige System unterschiedlicher Tarife für Männer und Frauen abgeschafft. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks betont, dass es bei der Umstellung um faire Abrechnung gehe – und nicht um Ideologie.
Die Innung ruft alle Betriebe auf, ihre Preismodelle unverzüglich zu überprüfen. Zudem sollten Rabatte oder Ermäßigungen, die an bestimmte Kundengruppen geknüpft sind, hinterfragt werden. Die Einhaltung des Antidiskriminierungsrechts wird verbindlich – Verstöße könnten Schadensersatzforderungen nach sich ziehen.
Zwar sind Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen, im Mittelpunkt stehen jedoch Transparenz und rechtliche Konformität. Ziel der Reform ist es, alle Kunden unter den neuen Regeln gleich zu behandeln. Der Gesetzentwurf markiert einen wichtigen Schritt hin zu fairen und transparenten Preisen in der Friseurbranche. Die Salons müssen ihre Systeme anpassen, um rechtliche Risiken zu vermeiden. Sobald das Gesetz vollständig in Kraft getreten ist, gilt es für alle Betriebe.






