GKV 2024: Millardenlücken drohen – wie die Regierung gegensteuern will
Lina HuberGKV 2024: Millardenlücken drohen – wie die Regierung gegensteuern will
Gesetzliche Krankenversicherung steht 2024 vor steigenden Defiziten – Regierung plant Gegenmaßnahmen
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland sieht sich 2024 mit wachsenden Haushaltslücken konfrontiert, da die Kosten stärker steigen als im Vorjahr. Eine vom Bund eingesetzte Finanzkommission will am Montag neue Maßnahmen vorlegen, um die Finanzlücke zu schließen und die Belastung für Arbeitgeber und Beschäftigte zu verringern.
Anne-Kathrin Klemm, Vorsitzende des BKK-Dachverbands, hat mehrere Vorschläge zur Kostendämpfung unterbreitet. Sie regt an, Budgetobergrenzen für Hausärzte wieder einzuführen – eine Maßnahme, die jährlich zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde Euro einsparen könnte. Strengere Abrechnungsprüfungen in Krankenhäusern könnten zudem rund 1 Milliarde Euro pro Jahr bringen, ohne dass es zu Leistungseinschränkungen kommt.
Klemm schlägt darüber hinaus vor, den Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel von 19 auf 7 Prozent zu senken, was etwa 6 bis 7 Milliarden Euro jährlich sparen würde. Wäre der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent auch auf Hilfsmittel ausgedehnt, kämen weitere 750 Millionen Euro Einsparungen hinzu. Zudem plädiert sie dafür, den Herstellerrabatt auf Medikamente von 7 auf 12 Prozent anzuheben – eine Maßnahme, die die Ausgaben um rund 1,3 Milliarden Euro pro Jahr mindern könnte.
Weitere Einsparmöglichkeiten sieht Klemm in Gebührenobergrenzen für Kinder- und Jugendärzte, wodurch jährlich etwa 300 Millionen Euro eingespart werden könnten. Allerdings warnt Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (KBV), dass solche Honorarkürzungen Ärzte dazu zwingen könnten, die Zahl der Patiententermine zu reduzieren.
Ziel der anstehenden Regierungsvorschläge ist es, das Gesundheitssystem zu stabilisieren und gleichzeitig die Nettoeinkommen der Beschäftigten zu erhöhen. Die Empfehlungen der Kommission werden entscheiden, ob die Sparmaßnahmen bereits im kommenden Jahr umgesetzt werden.






